Ansturm im Baumarkt

In den Baumärkten im Wolfhager Land müssen die Kunden mit langen Wartezeiten rechnen

Rechts rein, links raus: Werkers-Welt-Marktleiter Benedikt Pfeil (rechts) und Kunde Boris Homolla zeigen, welche Vorsichtsmaßnahmen im Wolfhager Baumarkt eingehalten werden müssen. 
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Rechts rein, links raus: Werkers-Welt-Marktleiter Benedikt Pfeil (rechts) und Kunde Boris Homolla zeigen, welche Vorsichtsmaßnahmen im Wolfhager Baumarkt eingehalten werden müssen. 

Viele Menschen aus dem Altkreis Wolfhagen nutzen jetzt ihre neu gewonnene Zeit, um sich um lang aufgeschobene Baustellen im und am Haus zu kümmern. Das merken jetzt auch die Baumärkte.

Wolfhager Land –Um die Kasse zu erreichen, braucht Boris Homolla eine gute Portion Geduld. Es geht nur langsam vorwärts, die Wagen schlängeln sich ungewohnt lang durch den beliebten Wolfhager Baumarkt. Alle halten die vorgegebenen und durch Klebestreifen am Boden gekennzeichneten Abstände von zwei Metern ein, und das, ohne zu murren.

Der junge Mann nimmt die erschwerten Einkaufsbedingungen gelassen. „Ich arbeite noch ganz normal, bin bei der Post beschäftigt und liefere derzeit so viele Pakete aus, wie sonst höchstens mal zu Weihnachten“, so Homolla, der dennoch nach Feierabend und an Wochenenden wegen der Corona-Maßnahmen jede Menge freie Zeit zur Verfügung hat und diese möglichst sinnvoll nutzen möchte. 

„Es lag nahe, sich nun endlich einmal Arbeiten anzunehmen, die schon länger liegen geblieben sind“, sagt er und zeigt seinen nur mäßig mit einer Backofenglühbirne, Schlauchschellen, einer Holzleiste und Fließ für die Dunstabzugshaube gefüllten Wagen, der keine sonderlich große Baustelle vermuten lässt. „Das täuscht“, sagt er lachend und berichtet, dass er schon einige Einkäufe hinter sich gebracht und nur noch ein paar Dinge benötigt habe, die ihm gefehlt hätten. 

„Genau hierfür ist es einfach prima, dass die Baumärkte geöffnet haben“, findet der Oelshäuser, der lieber heimische Betriebe unterstützen möchte als Online-Riesen.

Auch im Wolfhager Baumarkt wurden Vorsichtsmaßnahmen getroffen

Ein Trend, den Marktleiter Benedikt Pfeil immer öfter beobachtet. „Das freut uns natürlich sehr, gerade in Zeiten wie diesen sollten wir alle füreinander da sein“, sagt Pfeil. Damit der Betrieb so reibungslos wie irgend möglich weitergehen kann, haben er und sein Team einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen. 

Benedikt Pfeil hat keine Atemschutzmasken mehr im Sortiment.

„Wir leiten die Kunden auf ihrem Weg in den Laden durch eine statt zwei Türen und geben auf den ersten Metern auch eine Laufrichtung vor“, sagt er und freut sich, dass „der überwiegende Teil der Kunden Verständnis zeigt“. Das sei selbst an Wochenenden der Fall, wenn die Einlassschlange sich auch mal über den Parkplatz erstrecken kann.

Baumärkte im Altkreis Wolfhagen erfreuen sich über regen Besuch - Und fast immer verständnisvollen Kunden

So hat Florian Tausch vom Sonderpreis-Baumarkt in Bad Emstal es bislang nur ein Mal erlebt, über ein „schnurrendes Geschäft“ freut er sich dennoch: „Gekauft wird viel aus der Gartenabteilung, aber auch im Innenbereich scheinen die Menschen aktiv zu sein.“ Dass sich Einzelne nicht an die Abstandsregelungen halten wollen, ärgere ihn. Aber: „Die Menschen freuen sich, zu uns kommen zu können, für einige ist das sicher eine Form von Ausflug, quasi Baumarkt statt Eisdiele“, so Tausch lachend.

Florian Tausch freut sich, dass sein Emstaler Markt zum beliebten Ausflugsziel geworden ist.

Über mangelnde Ausflügler könne man sich auch bei MS-Baustoffe in Zierenberg nicht beklagen, so Inhaber Mike Schmaler, obwohl anfangs viele der Meinung gewesen seien, der Baumarkt hätte geschlossen. „Wir haben ganz normal geöffnet“, sagt er und hat ein Auge darauf, dass nicht mehr als drei Kunden gleichzeitig im Laden sind. 

„Das klappt mittlerweile schon ganz gut“, freut sich der Zierenberger, der wie seine Kollegen in Bad Emstal und Wolfhagen deutlich merkt, dass die Menschen jetzt nach Projekten suchen, um ihre neu gewonnene Zeit sinnvoll zu nutzen.

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