Modetanz lockt Sportfans

Mehr als nur Wackeln mit dem Po: So geht Fitness mit Twerken

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Stehen in der Ausgangsposition zum Twerken: Trainerin Ann-Christin Meise (vorne), Sandra Plett (rechts), Julia Reimer (links) und Diana Feuring , die den neuen Sport „Twerxout“ betreiben.

Wolfhagen. Mit dem Hintern wackeln will gekonnt sein. Erst recht, wenn es auch noch fit machen soll. In Wolfhagen wird der Modetanz Twerken jetzt als Fitnessprogramm angeboten.

Ann-Christin Meise geht vor einem großen Spiegel leicht in die Hocke. Ihre Hände legt sie auf ihre Knie, die nach außen zeigen. Dann streckt sie noch ihren Po etwas nach hinten, während im Hintergrund aus den Boxen laute Musik schallt. Die Fitness- und Tanztrainerin aus Kassel befindet sich in der Ausgangsposition zum Twerken. Direkt hinter ihr stehen mehrere Frauen, die sie dank des Spiegels immer im Blick hat. Sie alle sollen sich vorstellen, dass unter ihren Pobacken zwei Tomaten liegen. „Erst wollt ihr die eine zerquetschen, dann die andere“, sagt die 27 Jahre alte Meise und beginnt aus der Hüfte heraus ihren Po zu bewegen. Sie twerkt.

Es geht an diesem Tag aber um mehr als bloßes Pogewackel. „Viele haben halbnackte Frauen im Kopf“, sagt Meise. „Wir machen aber nichts Obszönes, sondern Tanzfitness.“ Jeden Montag (18 Uhr) bietet die 27-Jährige im Fitnessstudio Phoenix in Wolfhagen den Kurs „Twerxout“ an. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Twerken, Tanzen und Fitness. „Es wird der ganze Körper trainiert, gezielt aber der Po und die Beine“, erklärt Meise.

Und das kann ziemlich anstrengend sein. Immer wieder müssen manche Teilnehmerinnen eine kurze Pause einlegen. Zwischen den Übungen wird auch schnell zur Wasserflasche gegriffen. „Anfangs tat das Treppenlaufen am nächsten Tag richtig weh“, berichtet die 21 Jahre alte Sandra Plett aus Wolfhagen. Männer sucht man hier bislang vergebens, auch wenn es den Kurs in Wolfhagen erst seit einem Monat gibt.

Die Idee dazu hatte Meise, als sie eine Fitnessmesse in Köln besuchte. Dort hatte sie „Twerxout“ zum ersten Mal gesehen und ausprobiert. „Das Programm ist wie für mich gemacht“, sagt die Fitness- und Tanztrainerin. Eine Probestunde sei immer kostenlos. Wer dann weitermachen will, müsste eine Zehnerkarte kaufen oder sich im Fitnessstudio anmelden.

Sonst sind für das Training nur Hotpants oder Leggins sowie Knieschoner nötig. Letzteres, weil auch einige Übungen auf dem Boden stattfinden. Zunächst erklärt Ann-Christin Meise jedoch wichtige Grundlagen des Twerkens. Diese sollen danach zu unterschiedlichen Musikrichtungen in Choreografien von den Teilnehmerinnen umgesetzt werden. „Es macht einfach viel Spaß“, sagt die 33-jährige Julia Reimer, die kürzlich erst Mutter geworden ist. „Und ich hoffe, dass ich dadurch meinen Babyspeck loswerde.“

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