Erinnerung an Walter Lübcke

Initiative: In Wolfhagen soll einmal im Monat vor Gewalt und Hetze gemahnt werden

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Große Resonanz: Etwa 600 Menschen hatten sich am 22. Juni an der Mahnwache auf dem Marktplatz in Wolfhagen beteiligt. Aus Anlass des Mordes an Regierungspräsident Dr. Lübcke Walter hatten Menschen für Frieden und gegen rechte Gewalt demonstriert. Diese Mahnwachen sollen beginnend mit dem 21. September fortgesetzt werden und künftig jeden dritten Samstag stattfinden. 

Wolfhagen mahnt und bleibt bunt. Dieses Signal wollen die Stadt Wolfhagen und die Evangelische Kirche demnächst wieder vom Marktplatz aussenden.

Und dabei zählen sie auf die breite Unterstützung der Vereine. Die Mahnwache für Demokratie und Menschenwürde wird in Wolfhagen fortgesetzt. Sie knüpft an die Veranstaltung vom 22. Juni an, bei der auf dem Marktplatz etwa 600 Menschen gegen rechte Hetze und Gewalt Gesicht gezeigt hatten. 

Anlass damals war der Mord an Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke in Istha. Und auch die künftigen Wachen, die jeweils am dritten Samstag eines Monats ab 11.05 Uhr auf dem Marktplatz stattfinden werden, nehmen zum einen den politisch motivierten Mord, aber auch die zunehmende Häme, den sich ausbreitenden Rechtsextremismus und Terror zum Anlass, dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen. 

Veranstalter der Aktion ist eine Initiativ-Gruppe bestehend aus Vertretern der Stadt Wolfhagen und der Evangelischen Kirche. Eingebunden sind aber auch Schulen und Vereine, etwa 15 Gruppen hätten ihr Interesse bekundet, sagt Dekan Dr. Gernot Gerlach. Die Organisatoren wünschen sich möglichst viele Vereinen, aber auch Firmen, die die Gestaltung einer solchen Mahnwache übernehmen. 

Wie Pfarrerin Kathrin Wittich-Jung sagte, hätten unterschiedliche Menschen den gleichen Gedanken gehabt, der sich darum drehte, die Mahnwachen fortzusetzen. Die Veranstaltungen, die zwischen zehn und 20 Minuten dauern werden, sind bis August kommenden Jahres angemeldet

Vereine sind gefragt 

Ein bis drei Vereine können sich zusammentun und auf dem Marktplatz ein kurzes Statement abgeben, warum sie Terror und Mord verabscheuen, sagt Pfarrerin  Wittich-Jung, bei der die Fäden für die Organisation zusammenlaufen. Der Sportverein könne gerne in seinen Vereinstrikots kommen, die Feuerwehr in Uniform, ergänzt Stadtverordnetenvorsteher Burkhard Finke. Schließlich gehe es darum, zu zeigen, wofür diese Stadt stehe und „wie wir uns ihre weitere Entwicklung vorstellen“, sagt Dekan Dr. Gernot Gerlach.

Für Wolfhagens Ersten Stadtrat Peter Kraushaar ist die Mahnwache eine Plattform, auf der sich alle postieren können, um die demokratischen Werte der Gesellschaft zu verteidigen. „Wir dürfen Menschen aus der rechten Ecke keinen Raum geben.“ Was sich daraus entwickeln könne, könne derzeit jeder nachvollziehen, der sich im Regionalmuseum die aktuelle Ausstellung zur Weimarer Republik anschaue. Parallelen zwischen damals und heute gebe es einige, es sei erschreckend. „Wir wissen, wie diese Menschen ticken, und müssen ihnen etwas entgegensetzen.“

Nach der Mahnwache am 22. Juni habe eine Gruppe von etwa zehn Personen die Aktion fortgesetzt und jeden Samstag auf dem Marktplatz, aber mehr oder weniger im Stillen, für ein gewaltfreies Miteinander demonstriert, sagt Wittich-Jung. Dieses Engagement wird nun wieder größer aufgezogen.

Und was ist, wenn niemand zur Mahnwache kommt? Das könne passieren, räumt die Pfarrerin ein. „Dann stehen wir eben mit wenigen Leuten da. Aber, wir stehen da.“

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