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Naturally 7 versetzt Kulturzelt-Publikum in kollektiven Freudentaumel

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Von: Sascha Hoffmann

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Rod Eldridge (links) und seine Naturally7-Kollegen begeisterten am Samstagabend rund 600 Besucher im Wolfhager Kulturzelt.
Rod Eldridge (links) und seine Naturally7-Kollegen begeisterten am Samstagabend rund 600 Besucher im Wolfhager Kulturzelt. © Sascha Hoffmann

Naturally 7 brauchte nicht lang, um das Publikum im Wolfhager Kulturzelt im Sturm zu erobern. Die sieben A-Capella-Musiker lieferten am Samstagabend eine perfekte Show.

Wolfhagen - Es braucht eine ganze Weile, um zu verstehen, was genau da gerade passiert. Das Konzert von Naturally 7 ist noch keine zwei Lieder alt, schon steht das Kulturzelt Kopf. Das nicht unbedingt für seinen Enthusiasmus bekannte nordhessische Publikum wie ausgewechselt. Klatschend, johlend, singend feiert es sich durch die ersten Titel des Abends, spür- und hörbar angesteckt von der Energie des frisch aus New York angereisten Septetts, das gerade mit „Feel it (In the Air Tonight)“ den wohl größten Hit seiner gut 20-jährigen Karriere in den Abend geschmettert und den rund 600 Kulturcampern auf den Teichwiesen mit dem Phil-Collins-Cover eine kollektive Gänsehaut beschert hat.

Die soll noch eine ganze Weile bestehen bleiben, denn egal ob „Wanna be startin’ something“ oder „Jericho (Break the Rule)“, die geballte Sound- und Vokalpower der lässigen Künstler haut einen schier um. Das ist besonders beeindruckend, als dass die Herren in den smarten Anzügen gänzlich auf Instrumente verzichten, sich stattdessen ausschließlich auf die Kraft ihrer Stimmen verlassen. Man hört eine Gitarre, wo keine ist. Man groovt zum treibenden Bass, obwohl auch der nicht existiert. Das ist es, was Roger Thomas (Bariton, Rap), Dwight Stewart (Bariton, Posaune, Trompete), Rod Eldridge (Tenor, Scratching, Trompete, Gitarre), Sean Simmonds (Tenor, Harmonica, Trompete), Warren Thomas (Tenor, Schlagzeug, Percussion, Klarinette, Gitarre) Lee Ricardo Cort (Tenor, Gitarre) und N’Nambi Bryant (Bass) von den unzähligen A-Capella-Formationen dieser Welt abhebt. Sie verzichten zwar nicht auf den Klang der Instrumente, brauchen selbige nur nicht, denn Gitarre, Bass und Co. haben sie im Blut und vor allem in der Stimme.

Dafür, dass Kulturzelt-Macher Wolfgang Frey eingangs von einem früheren Auftritt der Vokalakrobaten am Bodensee mit Standing-Ovation während der letzten Lieder berichtet hat, haben die Wolfhager spätestens ab dem fünften Stück des Abends nur noch ein müdes Lächeln übrig. Sie stehen schon beim unter die Haut gehenden „Another You“ zum ersten Mal, tief beeindruckt vom Können der fantastischen Sieben, die in Deutschland 2003 gemeinsam mit Sarah Connor und dem Hit „Music ist the Key“ an der Spitze der deutschen Hitlisten standen. Den Erfolgssong haben sie diesmal daheim in New York gelassen, stören tut es niemanden. Es gibt schließlich reichlich andere Hits zum Mitsingen, Tanzen und Dahinschmelzen, Stings „Englishman in New York“ ebenso wie Seals „Crazy“.

Spätestens bei „One Love“ von Bob Marley ist auch das letzte Tröpfchen Wasser vom längst gebrochenen und in Windeseile getauten Eis verdampft, die Temperatur im Kulturzelt am Siedepunkt und die Besucher im Freudentaumel. Die Hände winken im Scheinwerferlicht, die Stühle haben ausgedient, und aus Naturally 7 wird Naturally 607. Diese Stimmung zu toppen, dürfte selbst Metalqueen Doro und Chartstürmer Nico Santos bei ihren bevorstehenden Auftritten im Stadtpark schwerfallen. Was an diesem Samstagabend im Kulturzelt passiert ist, haben die mehr als zufriedenen Besucher dann spätestens beim finalen „Stayin’ Alive“ verstanden: Sie haben gerade eine der besten, wenn nicht die beste Gesangsformation der Welt erlebt. (Sascha Hoffmann)

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