Integrationsprojekt in Wolfhagen: Kunst öffnet Herzen

Wolfhagen. Ali Nemati ist gerührt: „Es ist toll, dass so viele Menschen hier sind, ein wahnsinnig schönes Gemeinschaftsgefühl.“ Er ist einer von den Flüchtlingen, die zur Fotoaktion „Grenzen überwinden“ in den Wolfhager Kulturladen gekommen sind.

Wenn Fotograf Stefan Wolf aus Gaggenau die Doppelporträts am Computer zusammenfügt, wird eine Gesichtshälfte von Nemati zu sehen sein und die andere zeigt Wolfhager Bürgermeister Reinhard Schaake.

Schon zu Beginn der Aktion für gegenseitigen Respekt und Menschlichkeit drängeln sich Einheimische und rund 50 Asylbewerber im Wolfhager Kulturladen. Viele Unterstützer aus dem ökumenischen Arbeitskreis sind da und die Wolfhagerin Kathrin Schacht, die die Aktion initiiert und Kontakt mit Stefan Wolf aufgenommen hatte. Der 28-Jährige ist mit seinem Kollegen Christian Schwaab auf Deutschlandtour. Beide haben sich zwei Wochen Urlaub genommen und arbeiten ausschließlich ehrenamtlich.

So sieht es aus: Ein fertiges Porträt. Foto: Wolf / nh

Die Idee der Fotoaktion hatte der Gaggenauer, als er einen Asylbewerber aus Gambia kennenlernte, der ihn in eine Flüchtlingsunterkunft mitnahm. „Ich wurde dort unglaublich herzlich empfangen, und es entstanden tiefe Freundschaften.“ Wolf fragte sich, wie er auf seine Art diese Menschen und ihre Integration unterstützen könnte. Da er leidenschaftlicher Hobbyfotograf ist, wurde die Idee der Doppelporträts geboren. Neben seinem Brotjob als Werbegestalter in einem Verlag begann er, das Projekt in seiner Freizeit umzusetzen. Im Wolfhager Kulturladen sorgte er für gute Laune, und nahm vielen der Flüchtlinge die anfängliche Scheu beim Fotografieren. Kollege Schwaab nahm derweil von allen Fotomodels die Daten auf, um jedem am Ende sein Doppelporträt zukommen zu lassen. Während des Fotoshootings wurde es immer voller im Kulturladen, die Mitglieder des türkischen Kulturvereins kamen geschlossen vorbei und Mitglieder vom FSV Wolfhagen erschienen nach dem Training. Auch Jochen Siebert, Unternehmer aus Ehringen, hatte von der Aktion gehört und war spontan nach Wolfhagen gekommen. Sein Fazit beim Nachhausegehen: „Kunst öffnet mehr Herzen als platte Politik.“

Weitere Informationen gibt es hier.

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