Grundschule Ippinghausen

Ippinghäuser Schule wurde vor 125 Jahre gebaut - Jubiläumsfeier im Sommer

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Seit 125 Jahren in Betrieb: das Ippinghäuser Schulgebäude direkt an der Bundesstraße 251.

Ippinghausen - Die Ippinghäuser Grundschule feiert in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen. Die Vorbereitungen für das Fest, das am 15. Juni beginnen wird, laufen.

Ihre Existenz stand in der jüngeren Vergangenheit mehrfach auf der Kippe: Wegen niedriger Schülerzahlen gab es immer wieder Überlegungen, die Ippinghäuser Grundschule zu schließen. Mit aktuell 30 Schülern gibt es derzeit keine akute Gefahr. Gute Voraussetzungen, in diesem Jahr das 125-jährige Bestehen der Schule an der Kasseler Straße unbeschwert zu feiern.

Die Vorbereitungen für das Fest, das am 15. Juni um 14 Uhr in und an der Schule beginnen wird, laufen. Am Programm für die Jubiläumsfeier wird gearbeitet und auch an einer kleinen Chronik, wobei man da auf ein Werk aus Anlass des 100. Geburtstags zurückgreifen kann. Darin wird auch darauf hingewiesen, dass es im Dorf in der Nachbarschaft des Klosters Höhnscheid schon weitaus früher Schulunterricht gegeben haben dürfte.

Blick in den Klassenraum: die Zwölf- bis 14-Jährigen im Jahr 1953.

Belegt ist mit Paul Krafft ein Schulmeister, der im Hauptberuf Bierbrauer war und um 1745 die Kinder unterrichtet haben dürfte. Ab 1804 sind alle Schulmeister bis heute dokumentiert. Johannes Bohne, der das Amt in diesem Jahr übernahm, war laut kurhessischer Bestallungsurkunde der erste hauptamtliche Lehrer in Ippinghausen.

Schulgebäude brannte nieder

Das Jubiläum bezieht sich auf das älteste bis heute genutzte Schulgebäude im Wolfhager Land und ein dramatisches Ereignis am 10. April 1890. Damals bricht in Ippinghausen ein Feuer aus, das schnell auf ein Nachbarhaus übergreift und dann auch auf das damalige Schulgebäude, das ein Raub der Flammen wird. Die 140 Schüler werden dann zunächst in einer Übergangsunterkunft unterrichtet, die ganze vier Jahre in Gebrauch ist.

Erst 1894 wird mit dem Bau des neuen Schulhauses begonnen. Die Kosten: 17.800 Reichsmark ohne Hand- und Spanndienste, die die Dorfbewohner zu leisten haben. „Am 8. Januar 1895 wurde die Schule eingeweiht. Jedes Kind bekam zwei Griffel und zwei Wecke“, steht dazu in der Festschrift von 1994.

Es folgen bewegte Jahre, die in der Schulchronik festgehalten sind. In ihr spiegelt sich auch ein Stück Dorfgeschichte. Von der Reduzierung auf zwei Klassen wegen rückläufiger Schülerzahlen im Jahr 1935 wird berichtet und vom Frühsport, der täglich mit Lehrer Pechstein vor dem Unterricht getrieben wird.

1938 werden die Sommerferien wegen einer Rekordernte verlängert – die Schüler müssen helfen. Am 31. März 1945 wird die Schule durch amerikanische Soldaten besetzt. 1947 wird Schulrat Hoffmann anlässlich eines Besuchs mit den Worten zitiert: „Die Schule ist verwahrlost.“

Gruppenbild mit Schneemännern: Der schneereiche Winter des Jahres 1935 bescherte den Schülern ein besonderes Vergnügen auf dem Schulhof.

Alte Fotos und Erinnerungen

1959 bekommt der Schulhof eine Asphaltdecke, fünf Jahre später wird das neunte Schuljahr eingeführt. Aber schon drei Jahre später wird die Schule zur Grundschule.

Und das ist sie bis heute. 30 Schüler werden von drei Lehrerinnen in sogenannten Kombi-Klassen unterrichtet: das erste und zwei Schuljahr gemeinsam sowie das dritte und vierte gemeinsam. Insgesamt vier Klassenräume gibt es heute im vor 125 Jahren gebauten Haus, dazu ein Lehrerzimmer, ein Sekretariat.

Um die Festschrift vom 100. Geburtstag aktualisieren zu können, bittet das Ippinghäuser Redaktionsteam um Unterstützung. Erwünscht sind alte Fotos aus der langen Geschichte der kleinen Schule – von Ausflügen, Wandertagen, vom Schulhof und Klassenfotos.

Die Bilder sollen auch für eine Ausstellung genutzt werden. Geeignet für eine Ausstellung seien auch alte Schulranzen, Schiefertafeln und was man sonst alles für die Schule brauchte, sagt Melanie Rother vom Vorstand des Schul-Fördervereins.

Und schließlich will man für das Jubiläum und die Festschrift noch kleine Anekdoten und „Schnurren“ sammeln. Möglichst viele ehemalige Schüler sollen dabei zu Wort kommen und einen Halbsatz wie „Erinnerst du dich noch an...“ kurz und knapp ergänzen.

Fotos und sonstige Beiträge sowie Exponate nimmt Melanie Rother entgegen. Sie ist telefonisch erreichbar unter 0173/4238650 und unter 05692/399849.

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