Ippinghäuser Zimmerei nun in der dritten Generation

Kreativität gefragt: Leni Kleinhans (78 Jahre, von links), Nils Kleinhans (23 Jahre) und Helmut Kleinhans (52 Jahre) stehen vor und in einem kleinen „Hexenhaus“ der Marke „Eigenbau“, das gekauft werden kann. Inspiriert wurde Helmut Kleinhans zu diesem besonderen Häuschen durch eine Zeitschrift. Foto: Uminski

Ippinghausen. Holz spielt in der Familie Kleinhans seit fast 50 Jahren eine Rolle. Qualitätsarbeit, Individualität und Schnelligkeit werden in der Ippinghäuser Zimmerei groß geschrieben.

1966 gründete Heinrich Kleinhans auf dem Grundstück des Sägewerkes Reis in Elbenberg seinen Betrieb. 1972 zog der Zimmermeister nach Ippinghausen, wo er bereits fünf Jahre später sein Werkstattgebäude ausbauen musste.

Die Geschäfte liefen sehr gut, bis der Gründer 1979 bei einem Betriebsunfall ums Leben kam. Fortan hatten Ehefrau Leni und ihr Sohn Helmut Kleinhans die Geschäfte in den Händen und hielten trotz des schweren Schicksalsschlages den Betrieb am Laufen.

Am 1. August übernimmt nun Enkelsohn Nils Kleinhans in der dritten Generation den Betrieb. „Ich will neben der Zimmerei auch in die Dachdecker-Branche einsteigen“, sagt der 23-Jährige. Anbauten und Aufstockungen in Holzständerbauweise will sich der junge Zimmermeister ebenfalls widmen. Wie bei seinem Vater wurde auch ihm die Zimmereiarbeit in die Wiege gelegt. „Während meine Freunde in den Sommerferien im Schwimmbad waren, habe ich meinem Vater geholfen.“ Einen anderen Beruf könne sich der Zimmermeister nicht vorstellen. „Holz kann man gut bearbeiten, nichts ist von der Stange.“ Herausforderungen und Abwechslung seien an der Tagesordnung.

Veränderte Kundenwünsche 

Ähnlich schwärmt sein Vater Helmut Kleinhans von seinem Traumberuf. „Das Besondere ist die Freiheit, man ist jeden Tag an der frischen Luft und sieht am Ende des Tages, was man geschafft hat.“ Während die Zimmerei Kleinhans in all den Jahren immer ein kleiner Betrieb mit drei bis vier Angestellten geblieben ist, haben sich die Kundenwünsche verändert. „Früher war es einfacher, Gauben und Überstände sind erst später gekommen“, sagt Leni Kleinhans, Witwe des Firmengründers. Die Firma habe stets an erster Stelle gestanden, betont die 76-Jährige. Als ihr Mann mit 39 Jahren starb, führte sie den Betrieb mit Unterstützung des Schwagers, der ebenfalls Zimmermeister war, und ihrem Sohn Helmut, der sich damals in der Ausbildung befand, weiter. 1994 übernahm Letzterer den Familienbetrieb.

Aufwendige Dachkonstruktionen, Carports und Sanierungen aller Art stehen seitdem auf dem Plan. Das Geschäft lief zwischenzeitlich so gut, dass Aufträge ausgesucht und sogar an Kollegen weitergegeben werden konnten. Über mangelnde Nachfrage kann sich auch Nils Kleinhans nicht beschweren. Sorgen bereitet dem jungen Mann hingegen der Mangel an qualifizierten Fachleuten. „Man sollte einen guten Hauptschulabschluss haben, gut in Mathe und schwindelfrei sein.“ www.zimmerei-kleinhans.de

Von Johanna Uminski

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