Abschied von der Alm

Abtrieb der Kühe lockte viele Besucher nach Philippinenburg

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Idyllisches Spektakel: Hunderte begrüßten am Sonntag die Charolais-Kühe in ihrem Winterquartier

Wenn die Ernte eingefahren ist, heißt es auch für die Charolaisherde von Landwirt Michael Döhne Abschiednehmen von den saftigen Wiesen am Fuße des Isthaberges.

Pünktlich zum Herbst geht es dann von der Sommerweide runter in die kuscheligen Ställe des beschaulichen Philippinenburgs, und das mit ordentlich Trubel.

Seit vielen Jahren nämlich lockt der traditionelle Almabtrieb wahre Besuchermassen zur Wolfhager Kolonie, so auch am Sonntag wieder. Dass da alles ein klein wenig schneller ging und die Herde früher als sonst im Stall war, mag am feuchten Herbstwetter gelegen haben. „Man könnte fast vermuten, dass auch die Tiere keinen Spaß haben, im Regen zu stehen“, sagt Seniorchefin Ingrid Döhne. „Wir hatten diesmal keinerlei Probleme mit dem Einfangen, es war fast so, als hätten sie nur darauf gewartet, dass es endlich losgeht.“

Ruckzuck waren die Blumenkränze angebracht, keines der Tiere hat gebockt, und alles lief so reibungslos wie selten. Scheinbar guter Dinge trabte Bulle Nero gemeinsam mit Flocke, Julchen und dem Rest der munteren Charolaiskollegen entlang der Wiesen runter zum großen Stall, wo sie nicht nur vom Bläsercorps des Wolfhager Kreisjagdvereins, sondern auch von begeisterten Naturfreunden begrüßt wurden, die, wie in jedem Jahr, das idyllische Spektakel nicht versäumen wollten.

Buntgeschmückt ins Winterquartier: Flocke lässt sich bereitwillig von Döhne-Junior Jannik in den Stall bringen.

Was für viele längst zum Pflichttermin geworden ist, war vor über zwei Jahrzehnten eigentlich nur als kleine Feier unter Freunden geplant gewesen. Doch wie schön es war, als die mit Blumenkränzen geschmückten Tiere in ihre Winterbehausung zogen, hatte sich damals schnell herumgesprochen, sodass im zweiten Jahr schon jede Menge Besucher mehr zu Döhnes Hof pilgerten.

„Wir Kolonisten können halt schöne Feste feiern, das wissen die Menschen“, sagt Döhne, die schnell das Potenzial des Festes erkannte, fortan kräftig die Werbetrommel rührte und der Almabtrieb immer beliebter wurde.

So werden garantiert auch im kommenden Jahr wieder Hunderte Besucher nach Philippinenburg kommen, wenn die Ernte eingefahren ist und sich die Natur langsam in den Winterschlaf verabschiedet.

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