Hund Joshi rettet Menschen in Not

Golden Retriever aus Nothfelden hat als einziger die Prüfung bestanden

Ein starkes Team: Max Fischer und sein Hund Joshi werden künftig bei der Suche nach vermissten Personen eingesetzt. Hund und Halter haben jetzt die Rettungshundeprüfung bestanden.
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Ein starkes Team: Max Fischer und sein Hund Joshi werden künftig bei der Suche nach vermissten Personen eingesetzt. Hund und Halter haben jetzt die Rettungshundeprüfung bestanden.

Joshi liebt Menschen. Wenn Besuch auf die Hardt nach Nothfelden kommt, wackelt nicht nur der Schwanz, sondern gleich der ganze Hund. Unter anderem mit seiner Freundlichkeit hat der Golden Retriever jetzt in der Rettungshundeprüfung gepunktet und als einziger von fünf weiteren Hunden bestanden.

Nothfelden - „Es war wirklich schwer, und wir sind sehr stolz auf Joshi“, sagt Besitzer Max Fischer, der sich seit Jahren ehrenamtlich bei der Rettungshundestaffel Calden des Roten Kreuzes engagiert. Schon lange bevor er einen eigenen Hund hatte.

Eigentlich hat Familie Fischer Joshi zunächst als Familienhund angeschafft. „Wenn Max arbeitet, mache ich mit ihm lange Spaziergänge“, so Max Vater Reimund Fischer. Vor fünf Jahren holte die Familie ihren Silvesterhund als Welpen zu sich. Joshi ist am 31. Dezember geboren. Schnell fiel es auf, dass der Rüde sehr cool und gelassen ist. „Wenn andere Hunde beim Spaziergang bellen oder Aggression zeigen, geht er einfach unbeeindruckt weiter“, berichtet Reimund Fischer. Sein Sohn begann dann, mit dem Hund spielerisch für einen Einsatz als späterer Rettungshund zu üben. Dabei werde der Jagdinstinkt quasi auf die Suche nach Vermissten umgeleitet.

Neben den Grundkommandos wie „Sitz“, „Steh“ und „Platz“ musste Joshi lernen, auf Kommando zu bellen. Rettungshunde müssen das können, um ein Signal zu geben, wenn sie eine gesuchte Person finden. „Das war gar nicht so einfach, weil er ein Hund ist, der selten bellt“, so Max Fischer. Dann kam der Zufall zur Hilfe. Einmal kullerte ein Spielzeug von Joshi unter den Wäschekorb, und der Hund begann zu bellen. Auf dieser Situation baute Max Fischer auf und trainierte das „Laut geben“. In den vergangenen Jahren musste der Hund dann regelmäßig samt Beisitzer die Schulbank drücken. Dreimal die Woche treffen sich die Mitglieder der Hundestaffel zum Training.

Ab sofort darf Joshi an den Start, wenn der Ernstfall eintritt. „Er wird als sogenannter Flächenhund eingesetzt. „Wir suchen vorwiegend im Wald nach vermissten Personen“, erklärt Fischer. Joshi braucht für seine Arbeit keine Schnüffelprobe eines Kleidungsstückes des Vermissten, sondern ist darauf abgerichtet, nach Menschen zu suchen. Ein Fehlalarm mit Spaziergängern sei möglich, aber in den Nachtstunden eher selten. Wenn Joshi die vermisste Person gefunden hat, bellt er so lange, bis sein Hundeführer angekommen ist. Wenn nötig, leistet Max Fischer dann Erste Hilfe. Sobald Joshi sein Rettungshundegeschirr trägt, ist er voll konzentriert. „Er kann da genau unterscheiden, das ist faszinierend“, so Fischer. Er lobt Joshi nach einer kleinen Arbeitseinlage und streift ihm das Geschirr ab. Sofort verwandelt sich der Rüde wieder zum lustigen Familienhund und jagt nicht mehr Menschen, sondern seinen Gummiball.

(Von Bea Ricken)

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