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Jugendarbeit in Wolfhagen bot kostenfreien Graffiti-Workshop an

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Von: Hanna Maiterth

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Graffiti-Workshop: Fünf Tage lang durften sich die Teilnehmer im Sprayen versuchen – ganz legal.
Graffiti-Workshop: Fünf Tage lang durften sich die Teilnehmer im Sprayen versuchen – ganz legal. © Hanna Maiterth

17 Jugendliche aus der Umgebung verschönerten das Parkhaus.

Wolfhagen – Atemschutz, Handschuhe, alte Klamotten, Farbe und Spraydosen, mehr brauchten Eliya Lange und Amelia Pohl aus Wolfhagen in den vergangenen fünf Tagen nicht. Die beiden Elfjährigen haben am Graffiti-Workshop der Jugendarbeit Wolfhagen teilgenommen. Graffiti, die in der Regel den Charakter des Verbotenen haben, durften die beiden Freundinnen ganz legal an die Wände des Parkhauses an der Torstraße sprayen.

„Ich habe das vorher noch nicht gemacht, aber mit etwas Übung geht es“, sagt Eliya Lange. Ihre Freundin Amelia Pohl hat hingegen zum zweiten Mal an dem Workshop teilgenommen. Sie habe aber auch erst mal wieder reinkommen müssen. Zum siebten Mal gibt es das Angebot inzwischen. 17 Jugendliche aus der Gegend waren nun dabei. Möglich ist der kostenfreie Workshop durch die Unterstützung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, das in Kooperation mit den Volkshochschulen das Programm „talentCAMPus“ anbietet. Von Montag bis Freitag fand der Workshop da statt, wo er 2016 angefangen hat: auf der vorletzten Ebene der Parkgarage an der Torstraße. „In der Graffiti-Szene ist es durchaus üblich, dass nach mehreren Jahren alte Werke übermalt werden“, erklärt Frank Mahlich, Fachbereichsleiter für Kinder- und Jugendarbeit in Wolfhagen.

Deshalb mussten die Jugendlichen auch Wände streichen. „Zuerst haben wir aber über das Sprayen gesprochen und uns Beispiele angeschaut“, blickt Eliya Lange auf den Montag zurück. Davon gibt es in Wolfhagen reichlich. Denn die Workshopteilnehmer der vergangenen Jahre haben sich in den Parkhäusern der Stadt ausgelebt. Die ersten Übungen mit der Spraydose fanden Dienstag statt: Balken, Kreise und Striche. Begleitet wurden sie auch in diesem Jahr wieder von den beiden Dozenten des „The Unity Shop“ aus Kassel, Sebastian Severin und Marleen Georg. Der Shop bietet Künstlerbedarf an, aber auch Workshops. „Beim Sprayen muss man mit dem Sprühkopf nah an die Wand“, weiß Eliya Lange inzwischen. Das habe sie zu Beginn noch falsch gemacht. Die Elfjährige malt und zeichnet gerne, doch ein Stift sei etwas ganz anderes.

Skizzen anfertigen gehörte aber auch dazu. Für die Motive warfen Eliya Lange und Amelia Pohl einen Blick ins Internet. Wolken, Regenbogen, aber auch Figuren aus Filmen und Serien wie die Minions und Thaddäus aus Spongebob zieren inzwischen die Wand. „Hier sind so tolle Sachen entstanden“, sagt Amelia Pohl und blickt sich um.

Am Eingang haben sich die drei Freundinnen Sarah Schlüter (15), Zoe Norkowski (14) und Melia Wingold (15) zusammengetan. Bei ihnen dreht sich alles um Fußball. Sie selbst spielen zusammen im Verein. Zoe ist zum zweiten Mal dabei. Weil es ihr so gut gefallen hat, meldeten sich ihre Freundinnen in diesem Jahr auch an. „Es ist schon cool, dass wir hier legal sprayen können.“ Ein Punkt, der auch thematisiert wurde, wie Mahlich erklärt. „Die Jugendlichen wissen, dass sie jetzt nicht losziehen und Wände an Schulen und anderen Gebäuden besprühen dürfen.“

Auf einer anderen Wand war der elfjährige Karl Schunck mit seinen Freunden zu Gange. Auch der Viesebecker hat zum ersten Mal teilgenommen. „Es hat viel Spaß gemacht. Es war alles locker, und jeder konnte seine eigenen Sachen machen.“ (Hanna Maiterth)

Hobby als Motiv: Sarah Schlüter, Zoe Norkowski und Melia Wingold spielen zusammen Fußball, das spiegelt sich auch in ihrem Graffito wider.
Hobby als Motiv: Sarah Schlüter, Zoe Norkowski und Melia Wingold spielen zusammen Fußball, das spiegelt sich auch in ihrem Graffito wider. © Maiterth, Hanna

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