Jahresabschluss: Nach positivem Ergebnis 2018 stürzt GNH ab

Klinikum Kassel mit Millionendefizit

Foto: Andreas Fischer
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Die GNH hat im Geschäftsjahr 2019 ein Defizit von 11,2 Millionen Euro verbucht. 

Die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) zeigt im Jahresabschluss ein Millionendefizit beim Klinikum Kassel.

  • Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) gibt die Zahlen für 2019 bekannt
  • Das Millionendefizit betrifft auch das Klinikum Kassel
  • GNH erhält finanzielle Unterstützung durch Stadt Kassel

Wolfhagen/Kassel – Die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) steckt tief in den roten Zahlen. Das Unternehmen hat das Geschäftsjahr 2019 mit einem Defizit von 11,2 Millionen Euro abgeschlossen, nachdem im vergangenen Jahr noch ein kleines Plus von 270.000 Euro erwirtschaftet worden war. Dies teilte die GNH gestern nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit.

Zu dem negativen Ergebnis habe vor allem die Krankenhaussparte beigetragen. Gemeint sind damit die Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung – also die Häuser in Wolfhagen und Hofgeismar, die der Landkreis Kassel am 1. August übernimmt, und das im Konzern verbleibende Krankenhaus Bad Arolsen.

Auf Nachfrage nannte die GNH Zahlen, bei denen deutlich wurde, dass sich auch das Ergebnis des Klinikums Kassel verschlechtert hat. Hier schlägt ein Minus von 4,3 Millionen Euro zu Buche. Wolfhagen und Hofgeismar verursachen zusammen ein Defizit von 4,9 Millionen Euro, das Minus des Krankenhauses in Bad Arolsen liegt bei 1,5 Millionen Euro. Die finanzielle Unterstützung der Stadt Kassel in Höhe von 63 Millionen Euro ist laut GNH im Ergebnis nicht berücksichtigt. Die Summe war im vergangenen Herbst zum Teil als Darlehen und zum Teil als Eigenkapitalerhöhung geflossen.

GNH verkauft seine Kreiskliniken an den Landkreis Kassel

In der Aufsichtsratssitzung wurde auch der Vertrag zum Verkauf der Kreiskliniken Wolfhagen und Hofgeismar abgesegnet. Die Krankenhäuser sollen zum 1. August in den Eigenbetrieb des Landkreises übergehen. Bereits am Montag hatte der Kreistag die Freigabe der Finanzmittel zum Kauf und Weiterbetrieb der Kliniken beschlossen.

Die Kreisklinik Wolfhagen wird von der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) an die Stadt Kassel verkauft.

Der Verkauf der Kreiskliniken wird in zwei Schritten realisiert: Der Landkreis Kassel verkauft seine Anteile von 7,5 Prozent an die GNH und erhält dafür 700.000 Euro. Die Vermögensgegenstände der Kreiskliniken Wolfhagen und Hofgeismar – dazu gehört unter anderem die Einrichtung – werden für 2,4 Millionen Euro an den Landkreis Kassel verkauft.

„Das Konzept zur Neuausrichtung der GNH sah eigentlich die Errichtung eines regionalen Versorgungszentrums ohne stationären Betrieb in Wolfhagen vor“, erklärt Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle, zugleich GNH-Aufsichtsratsvorsitzender. Dies habe der Kreis abgelehnt und Rechtsmittel dagegen eingelegt. Letztendlich habe die GNH das Angebot des Landkreises angenommen, beide Kliniken zu erwerben. 

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