Weniger Fundhunde im Altkreis Wolfhagen

Kasseler Tierheim verweigert Aufnahme von Landkreis-Tieren

Wolfhager Land. Das Tierheim Wau-Mau-Insel in Kassel nimmt keine Fundhunde mehr aus dem Landkreis auf. 

Wie der Vorsitzende der Bürgermeisterkreisversammlung, Michael Steisel, sagte, hätten die vom Tierheim gestellten Forderungen von mehreren tausend Euro pro Kommune das Budget gesprengt.

Eine Nachricht, die man im Altkreis Wolfhagen gelassen aufnimmt. Nicht eine der sechs Städte und Gemeinden hat in der jüngsten Vergangenheit noch mit der Wau-Mau-Insel zusammengearbeitet. „Wir haben einen Vertrag mit dem Tierheim Korbach“, erklärt eine Sprecherin aus dem Wolfhager Rathaus. Große Hunde würden während der Suche nach dem Eigentümer bei einem städtischen Mitarbeiter untergebracht, kleine gingen direkt ins Tierheim. Die meisten kämen zurück in ihr Zuhause. Seit die Stadt dem Eigentümer die Unterbringungskosten in Rechnung stellt, hat sich die Zahl der Fundhunde erheblich reduziert.

In Naumburg finden in 90 Prozent der Fälle die Tiere innerhalb kürzester Zeit zurück nach Hause. Das sagt Amtsleiter Thomas Fingerling. Falls das Tier mal niemand kennt, geht der Hund zur Hundepension Apollo nach Liebenau. Auch Bad Emstal, Zierenberg, Habichtswald und Breuna arbeiten mit dem Eigentümer Uwe Bräuer zusammen. Dieser versicherte auf HNA-Anfrage, dass er auch künftig bereit sei, Hunde aufzunehmen.

In Zierenberg und Bad Emstal veröffentlichen die zuständigen Sachbearbeiter die zugelaufenen Tiere umgehend im sozialen Netzwerk Facebook. Dies ist so erfolgreich, dass Emstal in den vergangenen Jahren Apollo gar nicht in Anspruch nehmen musste.

Ohnehin ist die Zahl der Fundhunde im Altkreis Wolfhagen gering. Das größere Problem sind die Katzen und ihre Unterbringung. Daher wird in einigen Kommunen derzeit wieder die Kastrationspflicht diskutiert.

Per Chipnummer den Besitzer ermitteln

Fundtiere unterliegen dem Fundrecht nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (§§ 965 ff BGB). Danach werden Tiere wie Fundsachen behandelt. Die Kommunen sind grundsätzlich verpflichtet, Fundtiere aufzunehmen und nach §2 des Tierschutzgesetzes artgerecht unterzubringen. Allerdings besteht die Möglichkeit für Städte und Gemeinden, diese Aufgabe an Dritte, zum Beispiel an einen Tierschutzverein, zu übertragen. Finder können es nach Ablauf von sechs Monaten als Eigentum übernehmen. 

Wer ein Fundtier entdeckt, kann von der Polizei oder einem Tierarzt mit einem Lesegerät prüfen lassen, ob Hund oder Katze gekennzeichnet sind. Mit diesem Chip lässt sich, wenn das Tier bei Tasso oder dem Deutschen Haustierregister angemeldet ist, sofort der Besitzer ermitteln.

Mehr zum Thema Aufnahmestopp des Tierheims Mau-Wau-Insel in Kassel finden sie hier.

Rubriklistenbild: © Uwe Zucchi/dpa

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