Kreistagsentscheidung mit großer Mehrheit gefallen

Kauf der Klinik Wolfhagen ist besiegelt

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Am 1. August soll der stationäre Betrieb in der Wolfhager Klinik wieder starten. 

Wolfhagen– Mit überwältigender Mehrheit hat der Kreistag des Landkreises Kassel den Kauf der Kliniken Wolfhagen und Hofgeismar von der Gesundheit Nordhessen (GNH) am Montag beschlossen.

Lediglich aus den Reihen der AfD gab es bei der Abstimmung drei Enthaltungen. Damit ist der Fortbestand der Wolfhager Klinik gesichert, die ab 1. August wieder in Betrieb gehen soll.

Mit dem Votum des Kreistages werden dafür erhebliche Mittel freigesetzt: Der Kreis zahlt für den Betrieb mit allen Wirtschaftsgütern 2,4 Millionen Euro, bis zu 2,9 Millionen Euro werden für ein negatives Betriebsergebnis von Januar bis Ende Juli 2020 für beide Kliniken bereitgestellt. Da der Kreis davon ausgeht, dass das Betriebsergebnis in den ersten Jahren negativ ausfallen wird, werden zur Begrenzung des Defizits von 2021 bis 2023 jährlich bis zu zwei Millionen Euro einkalkuliert. Für die Beratungsleistungen und den Rechtsstreit mit der GNH wird zusätzlich mit 800 000 Euro gerechnet. Für den Verkauf der Beteiligung an der GNH erhält der Kreis 700 000 Euro.

Zahlen, die den meisten Rednern der einzelnen Kreistagsfraktionen Bauchschmerzen bereiten. Dennoch wurde immer wieder betont, dass die Entscheidung ein Bekenntnis zur gesundheitlichen Versorgung der Menschen im Kreis sei und nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet werden dürfe. Die Übernahme sei alternativlos gewesen.

Den Betrieb der beiden Kliniken übernimmt ab 1. August der Eigenbetrieb Kreiskliniken des Landkreises Kassel. Mit den Partnern Agaplesion und Gesundbrunnen soll bis spätestens Ende 2021 ein Konzept entwickelt werden, das beide Standorte langfristig sichert. Bis der Kreistag dieses medizinische Konzept beschließt, werden beide Häuser in der bisherigen Form weitergeführt.

Für Hofgeismar wird der Betrieb nach einer Übergangszeit zusammen mit der Agaplesion und dem Gesundbrunnen in Hofgeismar geführt. Die Agaplesion wäre dann Mehrheitsgesellschafterin einer neu zu gründenden GmbH. Für Wolfhagen werde es Hilfe bei der Betriebsführung durch die Agaplesion und die Diakonie Kliniken Kassel geben. Für die Mitarbeiter der Kliniken sollen alle Verträge übernommen werden. Das künftige medizinische Angebot der beiden Kliniken, so wurde im Kreistag betont, richte sich künftig nicht nur an die Altkreise Wolfhagen und Hofgeismar, sondern an die Menschen im gesamten Landkreis Kassel.

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