Winterfestival im Wolfhager Kulturladen

Kay Ray: grazil und skurril

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Der Kabarettist und Entertainer Kay Ray war am vergangenen Donnerstag im Kulturladen zu Gast. Mit seinem über dreistündigen Programm bescherte er dem Publikum einen Abend mit unbändigem Redeschwall, schwarzem Humor, Obszönitäten und vielen Anstößen zum Nachdenken.

Wolfhagen. Kay Ray stand am Donnerstag beim Winterfestival im Kulturladen auf der Bühne. Der Kabarettist und Entertainer ist verbal kaum zu bremsen. Er redet gerne und viel, nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und jongliert mit Tabus, als wären sie das Normalste auf der Welt.

Politiker, Flüchtlinge, Behinderte, Terroristen, Nazis und Homosexuelle, sie alle und noch mehr kamen gewitzelt in seinem Programm „Yolo“ oder „You only live once“ (im Deutschen: Man lebt nur einmal) in Wolfhagen vor. Selbst bisexuell veranlagt, bewegt er sich zu all den Wortorgien, die er von sich gibt, auch noch grazil und skuril zugleich. Kay Ray wirft mit Obszönitäten, schmutzigen Witzen und schwarzem Humor nur so um sich und meistert dabei gekonnt die Gradwanderung, nicht ins schnöde Vulgäre abzugleiten. Nicht einmal seine eigene Familie entkommt seinem wilden, mitreißenden Redefluss.

Freizügige Wollust

Er spricht über Frau und Kind ebenso, wie über zufällig begegneten Subjekten seiner Begierde. Kaum ein Satz kommt über seine Lippen, der nicht gespickt ist mit freizügiger Wollust und anzüglichen Kommentaren.

Auf alles gefasst sein

Wer einen Abend mit Kay Ray und seiner Show verbringen möchte, der muss auf alles gefasst sein. Das Publikum in Wolfhagen war es und wurde dafür mit über drei Stunden Unterhaltung pur belohnt. Viel könne er, der Kabarettist, aber „Zeitmanagement, das kann ich nicht“, kündigte er gleich zu Beginn des Abends und des stundenlangen Dialoges mit den Anwesenden an. Seine voluminös ausgebreiteten Themenbehandlungen enthielten viele philosophische Synapsen über das menschliche Miteinander, unsere und andere Gesellschaften und den täglichen Krimskrams, den jeder in seiner Lebensschublade verwahrt. Dabei gab er immer wieder gute Ratschläge, wie diesen: „Fangen Sie bloß nicht an zu denken, sie können nicht wieder aufhören“.

Das Denken hatte er schon für die Zuschauer im Kulturladen übernommen. Diese mussten nur noch an die Übertragungsschnittstellen andocken, um mit dem „Virus“ Kay Ray infiziert zu werden.

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