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Kein Kitaplatz für Ukrainer in Wolfhagen frei

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Von: Bea Ricken

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Betreuung im Kindergarten wird es für ukrainische Kinder vorerst nicht geben. Die Stadt Wolfhagen hat keine Plätze mehr frei.
Betreuung im Kindergarten wird es für ukrainische Kinder vorerst nicht geben. Die Stadt Wolfhagen hat keine Plätze mehr frei. © Uwe Anspach

Für ukrainische Kinder kann die Stadt Wolfhagen derzeit keine Kindergartenplätze zur Verfügung stellen. Die Einrichtungen sind bereits voll belegt.

Wolfhagen – Das erklärte Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake auf eine entsprechende Anfrage der CDU im Stadtparlament. Die Kitaplätze in den Wolfhager Einrichtungen seien für das laufende, aber auch das kommende Jahr, fast zu hundert Prozent belegt.

Schaake hofft, dass es alternative Betreuungsformen gibt. Die Stadt wolle mit der evangelischen und katholischen Kirche ausloten, ob dort auf ehrenamtlicher Basis Spielkreise für die betroffenen Kinder ins Leben gerufen werden könnten.

Reinhard Schaake Bürgermeister
Reinhard Schaake Bürgermeister © Privat

Notlösung, die räumlich, organisatorisch und pädagogisch große Probleme aufwerfe

Für den Notfall habe die Verwaltung in den zu überarbeitenden Entwurf des Etats 2022 Mittel eingestellt, um bis zur Inbetriebnahme der neuen Kita in der Burg (geplant ist dies am 1. August 2023), eine weitere Gruppe im Kernstadt-Kindergarten Haus der kleinen Füße zu aktivieren.

„Hier könnten dann auch ukrainische Kinder ab dem dritten Lebensjahr betreut werden“, erklärt der Rathauschef. Dies sei jedoch eine absolute Notlösung, die räumlich, organisatorisch und pädagogisch große Probleme aufwerfe.

Schon jetzt werde am Limit gearbeitet

Die CDU hatte außerdem gefragt, ob es kurzfristig möglich sei, die Gruppe um zehn Prozent überzubelegen. Schaake räumte ein, dass es diese Möglichkeit vonseiten des Landkreises Kassel gebe. Durch eine solche Ausnahmeregelung könnten theoretisch ein bis zwei Kinder aufgenommen werden.

„Diese Regelung wird aus Verwaltungs- und Leitungssicht allerdings sehr kritisch gesehen“, so Schaake. Schon jetzt arbeite man in den Kindergärten durch die Pandemie, gesellschaftliche Veränderungsprozesse sowie einer hohen Anzahl an Flüchtlingskindern am Limit. Dies mache sich mittlerweile auch an den Ausfallzeiten der Fachkräfte bemerkbar. „Die Sorge vor einer weiteren Belastung durch die Erhöhung der Gruppengröße muss ernst genommen werden.“

Jedes Wolfhager Kind auf der Warteliste soll in Zukunft einen Krippen- oder Kindergartenplatz erhalten

Im Übrigen löse eine befristete Erhöhung der Gruppengröße die weitere Problematik nicht, dass den betroffenen Kindern nach Auslaufen der Ausnahmeregelung kein regulärer Platz im Kindergarten zur Verfügung gestellt werden könne.

Bürgermeister Schaake betont, dass jedes Wolfhager Kind auf der Warteliste in Zukunft einen Krippen- oder Kindergartenplatz erhalte. Nicht immer sei dies in der Wunsch-Kita möglich.

Diese Zusage könne die Stadt Wolfhagen ausdrücklich nicht für ukrainische Kinder geben. (Bea Ricken)

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