Kreis will auch mit anderen niedergelassenen Ärzten eng kooperieren

Krankenhausträger und Hausärztegemeinschaft wollen in Zukunft zusammenarbeiten

Der Förderverein befürchtet, dass durch Umzug der Hausärztegemeinschaft eine Konkurrenzsituation zur Wolfhager Klinik entstehen könnte.
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Der Förderverein befürchtet, dass durch Umzug der Hausärztegemeinschaft eine Konkurrenzsituation zur Wolfhager Klinik entstehen könnte.

Die Hausarztgemeinschaft Waldeck-Wolfhager Land will mit ihrem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) aus der Wolfhager Innenstadt an den Stadtrand ziehen und dort auf 2000 Quadratmetern neu bauen.

Ein Plan, der für einige Diskussionen in der Stadt sorgt, seit der Förderverein Kreisklinik seine Bedenken geäußert hatte, dass bei einer Realisierung dieses Projekt eine Konkurrenzsituation zum Krankenhaus entstehen könnte.

Wolfhagen. Das geplante Ärztehaus auf der städtischen Fläche an der Kurfürstenstraße könne zum „Sargnagel für die Klinik“ werden, äußerten die Mitglieder des Fördervereins in der jüngsten Ausschusssitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Daraufhin wurde der Punkt zunächst auf Eis gelegt. Unterstützung für das Projekt der Hausarztgemeinschaft gibt es inzwischen von der SPD-Fraktion im Stadtparlament.

Am gestrigen Freitag gab es zudem ein Gespräch zwischen dem Landkreis Kassel als Krankenhausträger und Jörg Feldmann von der Hausarztgemeinschaft. Der Kreis habe keine Vorbehalte gegen die Ansiedlung, so Kreissprecher Harald Kühlborn. Klinik und Hausarztgemeinschaft könnten gegenseitig von einer Zusammenarbeit profitieren. Dies sei besprochen worden und solle im gleichen Maße auch für alle anderen niedergelassenen Ärzte gelten. Vereinbart worden sei ein künftiger regelmäßiger Austausch. Im ländlichen Raum sei es wichtig, stationäre Angebote und die der niedergelassenen Ärzte eng zu verzahnen, so Kühlborn.

Jörg Feldmann erklärte, ein „enorm gutes Gespräch“ mit dem Kreis geführt zu haben. Im Gesundheitswesen gebe es künftig viele Themen, die anstehen würden und da könnten niedergelassene Ärzte und Klinik gut zusammenarbeiten. „Die Hausarztgemeinschaft will keine Konkurrenzsituation aufbauen“, sagt er.

Laut Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake sollen nun bei der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 15. Juli, ab 19.30 Uhr, im Isthaer Bürgerhaus alle Beteiligten an einen Tisch geholt werden. Die Sitzung ist öffentlich.

Wolfhagen – Die Hausarztgemeinschaft Waldeck-Wolfhager Land hat jetzt den Förderverein der Klinik um ein Gespräch gebeten, um die Bedenken und Ängste auszuräumen, dass das geplante Projekt eine Konkurrenz zum Krankenhaus werden könnte. Die Hausarztgemeinschaft sei im Jahr 2014 auf Initiative der Stadt nach Wolfhagen gekommen, da seinerzeit die ärztliche Versorgung gefährdet gewesen wäre, so der Geschäftsführer Jörg Feldmann. „Diese Ansiedlung wurde seinerzeit auch mit öffentlichem Geld gefördert.“

„Als das Krankenhaus geschlossen worden war, haben wir mit der Idee einer Poliklinik nach Alternativen gesucht, um das Abwandern von Fachärzten nach Bad Arolsen, wie es die GNH geplant hatte, zu vermeiden und allen Kollegen in Wolfhagen die Möglichkeit zu geben, auch weiterhin, eventuell sogar chirurgisch, tätig zu bleiben.“ Einen diesbezüglichen Kontakt zwischen der Hausarztgemeinschaft und der GNH – wie von Akteuren in Wolfhagen vermutet – habe es niemals gegeben. Dieses Vorhaben sei nicht als Konkurrenz, sondern immer nur als „notfallmäßige“ Folgelösung zum Wolfhager Krankenhaus vorgesehen gewesen und habe sich nach Wiedereröffnung der Klinik erledigt.

„Nichtsdestotrotz sind unsere aktuellen Räumlichkeiten bei Weitem nicht mehr ausreichend und wir müssen uns neu orientieren. Der Standort Wolfhagen soll zur Zentrale der Region Wolfhager Land unserer Hausarztgemeinschaft weiterentwickelt werden. Zu diesem Zweck haben wir uns um das Grundstück beworben.“ Seit 1. April gebe es in Wolfhagen mit Sarah Sandrock eine feste Standortärztin. Außerdem benötige man auch mehr Platz für die Aufnahme eines Physiotherapeuten, erklärt Jörg Feldmann das Konzept. Ein Angebot von Leistungen, die aktuell im Krankenhaus Wolfhagen angeboten werden, könne er ausschließen.

Sollte die geplante Aufnahme einer Kinderärztin auf Widerstand stoßen, könne man darauf verzichten. „Statt Konfrontation streben wir eine gute Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus an“, so Feldmann weiter. So sieht der Geschäftsführer Kooperationsmöglichkeiten zum Beispiel bei der elektronischen Patientenakte oder bei der Weiterbildung junger Kollegen im Wolfhager Krankenhaus. (Bea Ricken)

6000 Patienten werden im Altkreis versorgt

Die Hausarztgemeinschaft Waldeck-Wolfhager Land ist eine Kooperation von verschiedenen Ärzten an zur Zeit drei Standorten im Altkreis in Bad Emstal, Naumburg und Wolfhagen. Weitere Standorte gibt es im Nachbarkreis. Im Altkreis werden laut Hausarztgemeinschaft aktuell rund 6000 Patienten versorgt. Laut dem Sprecher sei man 2014 auf Initiative der Stadt nach Wolfhagen gekommen, da seinerzeit die ärztliche Versorgung nicht mehr gesichert gewesen sei.

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