Kickers Wolfhagen rüsten 16 fußballbegeisterte Flüchtlinge aus

Frisch eingekleidet: 16 Flüchtlinge der Kickers Wolfhagen freuen sich über Sachspenden ihrer Sportskameraden. Foto:  Knoll

Wolfhagen. „Wir können sehr gut nachvollziehen, mit welchem Problemen sich die Flüchtlinge hier im Alltag auseinandersetzen müssen."

Dieser Satz stammt von Nadil Karahan, der sich als hörbehinderter Spieler der Kickers Wolfhagen vielen alltäglichen Kommunikationsproblemen gegenüber sieht und die sprachlichen Hürden vieler Flüchlinge aus einer persönlichen Perspektive nachvollziehen kann. Deswegen, sagt Karahan, setze sich der 2015 gegründete Wolfhager Verein aktiv für die Integration von Flüchtlingen durch den Fußballsport ein.

Zurzeit trainieren 17 Flüchtlinge (davon elf inzwischen mit einem offiziellen Spielerpass) aus der Wolfhager Pommernanlage mit den Spielern der Kickers. „Es freut uns zu sehen, wie man mit Sport Menschen glücklich machen kann“, sagt Niyazi Karahan, Vorsitzender des Vereins und Schwager von Nadil Karahan. Für den Verein sei die Integration aber auch harte Arbeit, denn zeitweise hätten mehr als 40 Flüchlinge spielwillig auf dem Platz gestanden, so der Vorsitzende. Keine leichte Aufgabe für den noch jungen Verein.

Angesichts der hohen Zahl spielwilliger Flüchtlinge sei der Verein auch materiell schnell an seine Grenzen gestoßen, denn den Spielern aus Syrien, Afghanistan und Nordafrika mangele es schon an der Grundausrüstung. Über eine Spendenaktion kamen insgesamt 1300 Euro zusammen.

Mit diesem Geld habe man 16 Flüchtlinge mit Schuhen, Schienbeinschonern und Stutzen ausstatten können. Die DFB-Stiftung Egidius Braun vergab 500 Euro wegen der Integrationsleistung an den Verein, die in neue Fußbälle investiert wurden.

Die Kickers Wolfhagen spielen momentan noch in der Kreisliga C, ein Aufstieg sei noch nicht in Sicht. Ambitionen seien aber vorhanden, wie der junge Afghane Tajik Hedayat bestätigt. „Wir wollen als richtige Spieler gegen andere Mannschaften spielen, die Möglichkeit gab es in Afghanistan nicht.“

In Sachen Integrationsarbeit sehen die Kickers Wolfhagen aber auch die anderen Vereine in der Pflicht, denn zur Zeit seien die Spieler weitestgehend unter sich. Karahans Vorschlag: Jeder willige Verein nimmt bis zu fünf Spieler auf, um eine „Intensivintegration“. Denn wie, wenn nicht mit Spaß, könne die Integration gelingen?

Von Magnus Knoll

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