Historische Bilder

Killians Blick in Wolfhagens alte Gassen

Alltag in Wolfhagen: Rudi Killian hielt diesen Blick in die Wolfhager Mittelstraße im Jahr 1952 fest. Foto:  Killian/nh

Wolfhagen. Rund 4000 alte Fotos sind vom 1988 verstorbenen Wolfhager Fotografen Rudi Killian erhalten geblieben. Ein kleiner Teil davon finden sich in einem neu aufgelegten Bildband.

Ihm haben die Wolfhager eine Vielzahl von inzwischen historischen Aufnahmen zu verdanken: Rudi Killian. Aus Wien stammend kam er nach dem Krieg nach Wolfhagen, arbeitete als Fotograf und hielt seine neue Heimat auch auf Film fest. Ende November kommt ein Buch in den Handel mit vielen Killian-Bildern und den dazu gehörenden Geschichten.

Nie ohne Kamera: Rudi Killian um 1950. Foto:  nh

Herausgeber des Bandes ist der Wolfhager Filmemacher Dirk Lindemann, der schon in den 1960er-Jahren mit Killian die Leidenschaft fürs Fotografieren und Filmen teilte. „Natürlich kannte ich Killian, den Mann, der immer mit Kamera in Wolfhagen unterwegs war. Brachte ich doch schon seit Jahren meine Rollfilme zum Entwickeln in das Atelier Weidemeyer in die Schützeberger Straße 26.“ Dort arbeitete Killian.

Als Lindemann seine erste Filmkamera erstand, war es Rudi Killian, der ihn mit dem Metier vertraut machte. Oft genug saßen die beiden im Fotoladen zusammen, „fruchtbare Diskussionen über Belichtung und Motivwahl, filmische Gestaltung und Schnitt waren die Folge“, sagt Dirk Lindemann. Und weiter: „Sehr schnell verband uns das gemeinsame Steckenpferd, und aus einer anfänglichen Zweckfreundschaft wurde eine fruchtbringende Zusammenarbeit, der viele Foto- und Filmdokumentationen über die Heimatstadt zu verdanken sind.“

Killian gewährte dem interessierten Nachwuchsfilmer Einblicke in sein Archiv. Und der entdeckte „Dokumente, die es verdienten, der Stadt Wolfhagen und ihren Menschen gezeigt und bewusst gemacht zu werden. Dokumente aus einer Zeit, in der an alles andere gedacht wurde, nur nicht ans Fotografieren. Zweifach wertvoll, weil erstens historisch und zweitens fotografisch eindrucksvoll“.

Verbesserter Druck

Es dauerte noch viele Jahre, bis Killian die Zeit reif schien, seine Bilderwelt auch einem größeren Publikum zugänglich zu machen. So entstand ein Bildband mit Arbeiten des Künstlers aus der Zeit von 1948 bis 1985. Das Werk mit dem Titel „Wolfhagen - Bilder, Ereignisse, Erinnerungen“ wurde 1986 veröffentlicht und war so erfolgreich, dass er innerhalb von vier Wochen vergriffen war. Immer wieder, so Lindemann, sei es zu Nachfragen, dem Wunsch nach einer Neuauflage gekommen. Thomas Lindemann vom Wolfhager Litho-Verlag ging nun das Projekt an. Mit durchgesehenen Texten und verbessertem Bilddruck soll das Buch noch in diesem Monat erscheinen.

Die Bild- und Filmaufnahmen Rudi Killians, der 1988 im Alter von 88 Jahren starb, sind inzwischen Teil des Archivs des Wolfhager Heimat- und Geschichtsvereins.

Dirk Lindemann: Wolfhagen - Bilder, Ereignisse, Erinnerungen, 200 Seiten, 25 Euro, erhältlich in der Buchhandlung Mander oder beim Litho-Verlag, Wolfhagen, Mittelstraße 4).

Von Norbert Müller

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.