Neues Konzept

Kinder- und Jugendarbeit Wolfhagen: Zunehmend Bedarf bei Jüngeren

+
Bunte Vielfalt: Zum Programm der Kinder- und Jugendarbeit Wolfhagen gehörte im Sommer ein Graffiti-Workshop. Im Hintergrund in der Tür stehend: Jugendarbeiter Frank Mahlich.

Wolfhagen - Die Abteilung Jugendarbeit der Stadtverwaltung wurde in Kinder- und Jugendarbeit umbenannt. Nachfrage nach Angeboten bei Kindern und Jugendlichen bis 14 Jahre ist gestiegen.

Lange galt für die kommunale Nachwuchsbetreuung: Ab einem Alter von 15 Jahren, dann, wenn die Jungs und Mädchen in einer besonders schwierigen Phase sind, macht die Jugendarbeit Angebote. Diese Altersgrenze ist längst gefallen. Auch in Wolfhagen. Und so heißt die zuständige Abteilung der Stadtverwaltung seit Anfang des Jahres Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Wolfhagen.

„Wir haben heute eine veränderte Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen und eine deutlich größere Nachfrage an Angeboten für die Sechs- bis 14-Jährigen“, sagt Jugendarbeiter Frank Mahlich. Das spiegelt sich auch im 70 Seiten starken Konzept der Wolfhager Kinder- und Jugendarbeit, die er vor dem Jahreswechsel den zuständigen städtischen Gremien präsentierte. 

Umfrage dient als Grundlage für das neue Konzept

Das letzte schriftliche Konzept stammte aus dem Jahr 1999, damals noch erstellt von Mahlichs Vorgänger Wolfgang Frey. „Ferienspiele waren seinerzeit das einzige Angebot für Jüngere, der Rest war die Arbeit im Jugendraum und im Jugendzentrum“, erinnert sich der 46-Jährige, der seit Juni 2000 in Wolfhagen ist und sich heute die Aufgaben mit zwei Kolleginnen teilt.

Als Grundlage für das aktuelle Konzept diente auch eine Umfrage bei den Schülern der Grundschulen in Wolfhagen, Ippinghausen und Wenigenhasungen, der ersten vier Klassen der Wolfhager Schule für Lernhilfe sowie der Klassen fünf bis neun der Wolfhager Filchner-Schule und ebenfalls der Schule für Lernhilfe. Mahlich: „Wir wollten sehen: Liegen wir noch in der Zeit mit unseren Angeboten – oder daneben?“

Am gefragtesten sind bei den Schülern Sportangebote

1229 Schüler gaben ihre Bögen zur Auswertung zurück. Und die Jugendarbeiter erhielten dabei nicht nur interessante Einblicke in die bevorzugte Freizeitbeschäftigung der Befragten, sondern auch Antworten auf die Frage, in welchen Bereichen man sich am ehesten Angebote der städtischen Kinder- und Jugendarbeit wünscht. Am gefragtesten sind demnach Sportangebote, Ausflüge und Veranstaltungen. Am wenigsten begeistert man sich für „Ausstellungen, Museen“.

Die Ergebnisse bestätigten die Jugendarbeiter darin, dass sie im Großen und Ganzen auf dem richtigen Kurs unterwegs sind, über die eigenen Erfahrungen im täglichen Umgang mit den Kindern und Jugendlichen, aber auch durch die enge Vernetzung mit den Schulen zudem den nötigen Input bekommen, um ihre Arbeit entsprechend nachjustieren zu können.

Mit Angeboten Problemen entgegenwirken

Zu den wesentlichen Erkenntnissen gehört, „dass die Probleme früher anfangen“, sagt Mahlich. „Präventiv kann man ab 15 Jahren kaum noch was machen. Deswegen stellen wir uns schon den jüngeren Jahrgängen.“ Wöchentlich feste Angebote für Kinder ab sechs Jahren sind inzwischen etabliert. Aber auch die älteren Jahrgänge werden nicht vernachlässigt.

Auf neue Problemfelder gilt es zu reagieren. Mahlich nennt Handyabhängigkeit, steigende soziale Auffälligkeiten, überforderte Eltern, die ihren Kindern keine Grenzen setzen, Kiffen von 13-Jährigen. Ohne Konzept geht da nichts.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.