Wolfhager Ärztin sucht händeringend Nachfolger

Kinderärzte im Altkreis sind am Limit

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Wolfhager Land. Die Kinder- und Jugendärzte in Stadt und Landkreis Kassel schlagen Alarm: Sie warnen vor einer Unterversorgung. Schon jetzt seien die Wartezimmer überfüllt.

Das Problem werde sich in den kommenden Jahren verschärfen, warnt der Obmann der nordhessischen Kinderärzte, Thomas Lenz. „Es gibt weniger Ärzte bei gestiegenen Anforderungen.“

Auch im Wolfhager Land ist die Lage kritisch. In der Kinderarztpraxis im Wolfhager Stadtteil Istha ist einer von zwei Arztsitzen weggefallen, als die Inhaberin in den Ruhestand ging. Dr. Stefanie Diehl praktiziert dort als Kinderärztin allein. Inzwischen melden sich dort schon Schwangere an, in der Hoffnung, sich damit den Kinderarzt vor Ort für ihren Nachwuchs sichern zu können.

Die Zukunft der zweiten Praxis in Wolfhagen ist ungewiss. Dr. Angelika Manner sucht seit einigen Jahren einen Nachfolger, weil auch sie in den Ruhestand gehen will. „Ich habe es jetzt von Jahr zu Jahr nach hinten verschoben, aber im nächsten Jahr ist Schluss“, so Manner. Sie habe schon alle Register gezogen, um jemanden für ihre Praxis zu gewinnen. Aber vor allem Frauen suchten nach einem Halbtagsjob, um Kinder und Arbeit unter einen Hut zu bringen. Viele wollten auch nicht aufs Land. Laut Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake soll das Problem demnächst Thema im Magistrat sein. Dort will man besprechen, ob in diesem Fall das Förderprogramm zur Ansiedlung von Ärzten greifen könnte. In der Vergangenheit wurden damit schon Mediziner bei der Ansiedlung in Wolfhagen finanziell unterstützt.

Dr. Stefanie Diehl weiß um das Problem in Wolfhagen. Sie sei selbst randvoll und könne die Patienten von Dr. Manner nicht auffangen. Sie hat schon darüber nachgedacht, einen zweiten Kinderarzt bei sich anzustellen. Der müsste sich allerdings auch erst finden.

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