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Die Kindergärten im Altkreis Wolfhagen sind am Limit

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Von: Bea Ricken

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Der Außenbereich des Kindergarten Liemeckes in Wolfhagen
Langsam kehrt wieder Normalität ein nach Corona. © Foto: Bea Ricken

Das Personal der Kindergärten fühlt sich nach zwei Jahren Corona, den damit verbundenen hohen Krankenständen und jetzt den Herausforderungen durch den Ukraine-Krieg ausgebrannt und am Limit

Wolfhager Land – Erst in der vergangenen Woche waren Einrichtungen auch im Wolfhager Land wegen des Streiks der Erzieher geschlossen. Sie fordern nicht nur bessere Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel und eine bessere finanzielle Anerkennung, sondern mehr Zeit für die Kinder und kleinere Gruppen, um ihren Bildungsauftrag erfüllen zu können.

Zeitgleich stehen die Kommunen unter Druck, in den bis auf den letzten Platz belegten Einrichtungen noch Ukraine-Kinder aufzunehmen. Der Landkreis Kassel als Aufsichtsbehörde hatte angesichts steigender Zahlen von Geflüchteten für eine geringe Aufstockung der Gruppengröße in den Kitas grünes Licht gegeben.

Während dies in einigen Kommunen umgesetzt wurde, geht die Stadt Wolfhagen notgedrungen einen anderen Weg und will vorerst eine Spielkreis-Gruppe mit ehrenamtlichen Betreuern in Nothfelden eröffnen.

Alle regulären Gruppen sind voll belegt, das Personal ist an der Belastungsgrenze

„Alle regulären Gruppen sind voll belegt. Das Personal ist jetzt schon an der Belastungsgrenze. Durchschnittlich 15 Prozent der Kinder pro Gruppe stammen zudem aus dem Umfeld der Geflüchteten in der voll belegten Pommernanlage“, erklärt Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake. Eine ähnliche Situation gebe es nirgendwo anders im Landkreis Kassel.

Außerdem würden in der Hälfte der Gruppen Integrationskinder betreut. Dort darf nicht aufgestockt werden. In Kürze will die Stadt als Übergangslösung eine Spielgruppe für ukrainische Kinder im Nothfelder Dorfgemeinschaftshaus eröffnen.

Laut Amtsleiter Kai Liebig habe man in der Kernstadt keinen geeigneten Raum finden können. „Es ist ein Spagat, allen Kindern gerecht zu werden“, so Liebig. 15 Kinder von Geflüchteten seien für einen Kitabesuch angemeldet.

Seit einigen Jahren würden die Betreuungszeiten immer weiter ausgeweitet, da mehr Eltern berufstätig seien

Seit einigen Jahren würden die Betreuungszeiten immer weiter ausgeweitet, da mehr Eltern berufstätig seien, so die Isthaer Kitaleiterin Karin Döring. „Vor- und Nachbereitung sowie Teambesprechungen machen wir zwischen Tür und Angel.

Und trotzdem bleibt zu wenig Zeit für jedes einzelne Kind.“ Die Erzieher der Wolfhager Einrichtungen wünschen sich Gruppenstärken von 18 Kindern, um jedes Kitakind individueller fördern zu können. (Bea Ricken)

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