Kirchenkreis Wolfhagen: Evangelische Kirche spart Stellen

Stellen sparen: Die evangelische Kirche im Kirchenkreis Wolfhagen reagiert auf gehäufte Austritte. Viele Mitglieder treten offenbar wegen der Mitgliedsbeiträge aus der Kirche aus. Symbolbild: epd

Wolfhager Land. Bei der evangelischen Kirche bleiben die Austritte nicht folgenlos. So werden im Kirchenkreis Wolfhagen Pfarrstellen umgeordnet, wie Dekan Dr. Gernot Gerlach mitteilt. Zwei und eine Viertelstelle sollen eingespart werden.

Vier Pfarrstellen gibt es in Wolfhagen, davon fällt eine halbe Stelle dauerhaft weg. Betroffen ist unter anderem die 52-jährige Pfarrerin Birgit Basteck, die vorher für Bründersen und die Seelsorge der Diakonischen Stiftung Altersheim zuständig war. Die Altenheimseelsorge wird der Pfarrstelle Altenhasungen zugeordnet, deren Pfarrerin Marita Fehr wechselt in den Kirchenkreis Eschwege. Die vakante Stelle von Fehr wird Basteck übernehmen, bis die Stelle besetzt ist. Im Zuge der Neuordnung soll das Kirchspiel Istha um die Kirchengemeinde Bründersen erweitert werden. Wolfgang Hanskes pfarramtlicher Dienst werde so entlastet, erklärt Gerlach. Hanskes Dienst der Krankenhausfürsorge werde Bründersen zugeordnet.

Zur Pfarrstelle in Ehringen von Pfarrer Kai Michael Scheiding soll die Krankenhausseelsorge Wolfhagen und die Altenheimseelsorge der Seniorenresidenz Phönix-Konzern Wolfhagen zugeordnet werden.

Beschlossen worden waren die Kürzungen bei der Landessynode der evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck bereits im Jahr 2010. Demnach sollen in Kurhessen-Waldeck 95 Stellen gespart werden. 75 Prozent davon im Gemeinde-, der Rest im funktionalen Bereich, zum Beispiel im Diakonischen Werk.

Grund für die Umstrukturierung sind verstärkte Kirchenaustritte. Im Jahr 2014 gab es im Bezirk des Amtsgerichtes Kassel 2000 Austritte aus der evangelischen Kirche, wie Mario Hirdes vom Amtsgericht Kassel mitteilt. Im aktuellen Jahr können die Zahlen durch den Kirchensteuerabzug von Kapitalerträgen noch ansteigen.

Hintergrund 

Anders als bei Unternehmen gibt es bei der Evangelischen Kirche keine betriebsbedingten Kündigungen. „Die Arbeit wird nur umverteilt“, erklärt Dekan Dr. Gernot Gerlach. Grund dafür ist, dass „Pfarrer nach Bestimmungen des Pfarrdienstrechts ein Recht auf Anstellung auf Lebenszeit haben“. Aufgabe des Dienstherrn sei es, für seine Pfarrerinnen und Pfarrer zu sorgen.

Für die Zukunft wolle man deshalb vom „Kirchturmdenken“ zum „Kirchturmblick“ kommen. Sich also nicht nur auf den eigenen Kirchturm zu konzentrieren, sondern auch den Blick für die Nachbarschaft zu schärfen und zu sehen, wie man miteinander arbeiten und die Arbeiten besser verteilen kann.

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