Garten soll Ort der Zusammenkunft werden

Kirchgarten in den Teichwiesen: Großteil der Parzellen ist vergeben

Wollen durch gemeinsames Gärtnern Kontakte knüpfen: Julian, Lukas, Nadine und Stefan Lange leben seit gut zwei Jahren in Wolfhagen.

Wolfhagen. Es ist nicht unbedingt ein Paradies, das einen hinter dem kleinen Holztor am Rande der Wolfhager Teichwiesen erwartet. Ein Naturidyll aber ist es ganz gewiss, wenn auch nicht für jedermann auf Anhieb erkennbar.

Ein paar engagierte Frauen aus dem ökumenischen Arbeitskreis Flüchtlinge der evangelischen Kirche wollen das nun ändern und den lange Jahre vernachlässigten Garten als Ort der Zusammenkunft und des gemeinsamen Gärtnerns aus seinem Dornröschenschlaf wecken.

Üppige Blütenpracht, bunte Beerensträucher und knackig-frisches Gemüse in individuellen Parzellen sieht man da förmlich schon wachsen, wenn man in die strahlenden Augen von Mitinitiatorin Andrea Appel blickt, während sie über ihre Visionen spricht. Da werden im Nu ein paar Weiden unterhalb der mit Schneeglöckchen übersäten Abendsonnenwiese zur Hütte für Kinder, der kleine Schuppen am Kopf des abfallenden Geländes zum gemeinschaftlichen Mittelpunkt mit Terrasse und vielleicht sogar zum Schauplatz für kulturelle Veranstaltungen. „Vieles ist denkbar“, so die quirlige Landschaftsplanerin. „Wer möchte, kann eine neue Treppe bauen, Wege legen, ein Sonnendach installieren - wir können uns hier von A bis Z austoben.“

Mit ihrer ansteckenden Begeisterung haben Appel und ihre Kolleginnen schon zahlreiche Mitstreiter gewonnen, ein Großteil der rund 15 Parzellen ist bereits vergeben. Eine hat sich Familie Lange gesichert, die vor gut zwei Jahren nach Wolfhagen gezogen ist und sich durch das gemeinsame Gärtnern neue Kontakte erhofft. „Wirkennen noch nicht allzu viele Menschen hier“, sagt Mutter Nadine, die sich auf die Arbeit an der frischen Luft freut. So auch ihre vier und sechs Jahre alten Jungs Julian und Lukas, die schnell den benachbarten Spielplatz entdeckt haben und es gar nicht abwarten können, dass endlich Sommer wird und die ersten Erdbeeren reif sind.

Entstanden war das Projekt im vergangenen Jahr aus einer fixen Idee heraus. „Ein Garten als Begegnungsort, das konnten wir uns für Wolfhagen gut vorstellen“, erinnert sich Appel. Ein glücklicher Zufall ließ aus der Idee schnell Wirklichkeit werden, als der ehemalige Pächter des jetzigen Domizils seinen Vertrag kündigte, die Kirchengemeinde als Grundstücksbesitzer die Begeisterung für das Projekt teilte und kurzerhand im Oktober den verwilderten Garten übergab. Der soll nun zum gemeinsamen Einsatzgebiet für Flüchtlingsfamilien, Neu- und Alt-Wolfhagern werden, die Freude am Gärtnern haben und so das Naturidyll hinter dem kleinen Holztor in den Teichwiesen vielleicht schon bald in ein üppig blühendes Gartenparadies verwandeln.

Das Gartenjahr wollen die Initiatoren des „Offenen Kirchgarten Teichwiesen“ beginnen mit einem Frühlingsfest am Sonntag, 20 März, ab 14 Uhr. Weitere Informationen zum Projekt gibt es bei Andrea Appel unter Telefon 05692/7579, Marion Reif-Kaiser 05692/7618, Maike Gränzdörffer, 05692/993362 sowie bei Stefanie Böhm unter 05692/99746324.

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