Aufatmen bei den Einzelhändlern

Kleinere Geschäfte dürfen wieder öffnen - Auch Läden mit großer Verkaufsfläche haben eine Chance

Anna Lena und Carsten Schmidt, Angestellte und Inhaber von Schreibwaren Schmidt, arbeiten mit Mundschutz hinter dem Acrylglas. 
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Anna Lena und Carsten Schmidt, Angestellte und Inhaber von Schreibwaren Schmidt, arbeiten mit Mundschutz hinter dem Acrylglas. 

Viele Geschäfte im Altkreis Wolfhagen dürfen seit Montag wieder öffnen. Das Einhalten des Mindestabstands und der Hygiene-Vorschriften ist den Händlern wichtig. 

Bad Emstal/Wolfhagen/Zierenberg – Viele Geschäfte dürfen seit Montag wieder ihre Türen für Kundschaft öffnen. Das erste große Aufatmen seit Beginn der Coronakrise, wegen der fast alle Geschäfte seit dem 18. März geschlossen waren. Einzelhändler, deren Verkaufsfläche kleiner ist als 800 Quadratmeter, dürfen jetzt, wenn sie weitere Hygienemaßnahmen einhalten, wieder auf machen.

Der Bekleidungsmarkt von Anja Busam in Zierenberg ist einer der wenigen Läden im Wolfhager Land, die mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche haben – nämlich stolze 1500. Zwei Hallen sind es, die mit einem Rolltor verbunden sind. Ihre Idee, das Rolltor herunter zufahren und somit ihre Fläche zu verkleinern, durfte sie aber nicht umsetzen. 

Erst keine Verkleinerung der Verkaufsfläche erlaubt, dann die Erlösung

Gleich am Tag nach der Pressekonferenz von Kanzlerin Merkel hatte sie beim Einzelhandelsverband nachgefragt. Da hieß es noch, eine Verkleinerung sei generell nicht erlaubt. Dann erhielt sie regelmäßig Nachrichten vom Verband und am Samstagabend dann die erlösende E-Mail: Eine Verkleinerung der Ladenfläche auf 800 Quadratmeter ist genehmigt.

Den gestrigen Montag nutzte sie mit ihren Angestellten, um den Laden ordnungsgemäß umzubauen. Die Schnäppchenecke mit 200 Quadratmetern ist abgesperrt, genauso wie die Kinderabteilung mit 300. Die übrigen 1070 Quadratmeter verkleinerte sie auf 800. „Ich bin einfach super glücklich, dass wir endlich wieder arbeiten dürfen“, sagt Inhaberin Busam.

In den vergangenen vier Wochen hatte sie einen Lieferservice angeboten, der jedoch von den Kunden nicht so gut angenommen wurde. Busam versteht aber, dass die Leute in dieser ungewissen Zeit ihr Geld lieber zusammen halten, statt ausgeben wollen. Und ergänzt: „Keiner setzt sich im Anzug vor den Fernseher.“

Durch integrierte Postfiliale durfte ein Schreibwarenladen geöffnet bleiben

Der Schreibwaren-Laden Schmidt in Bad Emstal konnte in den vergangenen vier Wochen trotz der Beschränkungen seine Türen für Kunden öffnen. Grund dafür ist die integrierte Postfiliale. Dort sei auch besonders an Ostern herum viel los gewesen, erzählt Inhaber Carsten Schmidt. 

Doch besonders beim Schulbedarf und den Schreibwaren spürt auch er den Umsatzeinbruch. Schmidt vermutet, dass das daran lag, dass generell weniger Menschen auf der Straße unterwegs waren. Er möchte sich aber nicht beschweren, denn dadurch dass sie durchgängig geöffnet haben durften, sind sie bisher recht gut durch die Krise gekommen. Anderen ginge es da viel schlechter, so Schmidt. 

In seinen 200 Quadratmeter großen Laden dürfen nur noch maximal fünf Leute. Hinter Acrylglas arbeiten Schmidt und seine Angestellten mit Mundschutz. Dadurch dass jetzt Eisdielen wieder unter bestimmten Voraussetzungen öffnen dürfen, etwa wenn sicher gestellt ist, dass das Eis mindestens 50 Meter vom Verkaufsort verzehrt wird, wird der Schreibwarenladen womöglich wieder mehr frequentiert. 

Raumausstatter nimmt jetzt auch wieder Maß

Kay Dippel, Raumausstattermeister und Inhaber von Küthe Raumausstattung, hatte in den vergangenen vier Wochen auch sein Geschäft in Wolfhagen geschlossen. Er konnte jedoch trotzdem noch Außentermine etwa zur Montage von Markisen wahrnehmen. Bei Innenterminen bat er die Kunden, den Raum zu verlassen, wenn er und sein Team dort arbeiteten.

Der Laden, in dem sich Kunden ihre Gardinen oder den Bodenbelag aussuchen, ist seit gestern wieder geöffnet. Auch Ausmesstermine, die in den vergangenen Wochen nicht möglich waren, nimmt Dippel jetzt wieder an.

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