Klinik vor Ort: Notoperation am Blinddarm 

Mit heftigen Schmerzen zur Not-OP: Peter Manner war in Lebensgefahr und wurde gerettet 

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Blicken inzwischen entspannt zurück auf die dramatischen Stunden mit dem medizinischen Notfall: Peter und Angelika Manner.

Das war eine Rettung in höchster Not in der Wolfhager Klinik. Geht es um die eigenen Beschwerden, neigen Ärzte mitunter dazu, die Symptome als nicht so gravierend einzuschätzen.

Dr. Peter Manner, von Beruf Orthopäde, hatten die Schmerzen im Unterbauch, die ihn Ende April 2015 plagten, erst mal nicht weiter beunruhigt, zumal sie auch bald wieder nachließen. Wenig später wurde es dann allerdings richtig dramatisch. Und seine Rettung, sagt der Wolfhager, habe er maßgeblich der guten und schnellen Versorgung in der Wolfhager Klinik zu verdanken.

Erste Alarmsignale 

Die ersten Alarmsignale stellt Orthopäde Manner am Mittwoch bei sich fest. Schmerzen im Unterbauch, da denken auch Laien schon mal an den Blinddarm. Manner blendet den Gedanken wieder aus, als die Beschwerden nachlassen, gar verschwinden.

Seine Frau Angelika, promovierte Kinderärztin, rät dringend zur Untersuchung in der Wolfhager Klinik. Gerade der schmerzfreie Intervall verheißt bei einem entzündeten Blinddarm nichts Gutes. Peter Manner lehnt dennoch ab.

Ab in die Wolfhager Klinik 

Ein Fehler, wie sich am frühen Donnerstagmorgen herausstellt. „Gegen 4 Uhr wurde es ganz tückisch mit ganz schlimmen Schmerzen“, erinnert sich der Mediziner. Also ab in die Wolfhager Klinik. Angelika Manner fährt ihren Mann vom Teichberg zum Kleinen Ofenberg, wo ihn die diensthabende Assistenzärztin und eine Schwester in Empfang nehmen. Die Schmerzen rechts lassen kaum einen anderen Schluss zu: Der Blinddarm ist entzündet, wenn nicht gar schon geplatzt. Ein Fall für den Chefarzt der Wolfhager Chirurgie, der zuhause aus dem Bett geklingelt wird und sich gleich auf den Weg in die Wolfhager Klinik macht. „Die Diagnose war eine klare Sache“, sagt rückblickend Peter Manner, „dass der Bauch aufgemacht werden muss und dass es dringend war, daran gab es keinen Zweifel“.

Manner weiter: „Ich hatte solche Schmerzen, das kann man sich nicht vorstellen. Wenn man dann nicht operiert wird, krepiert man jämmerlich.“ Na klar, denkt er, die schmerzfreie Phase am Vortag. Eigentlich weiß man das doch: Wenn der entzündete Blinddarm platzt, dann ist die Spannung weg und damit auch der Schmerz. „Aber in der Tiefe baut sich dann erst die Bombe auf“, sagt der 66-jährige Mediziner. Und das zeigt sich auch deutlich, als Manner operiert wird: „Der Bauch war voller Eiter.“

Blinddarm war geplatzt 

Tatsächlich war es „ein perforierter Blinddarm mit einer ausgeprägten eitrigen Bauchfellentzündung“. In der Folge drohe eine meist tödliche verlaufende Blutvergiftung. Nach der rund zweistündigen OP erhält Peter Manner Infusionen mit hoch dosierten Antibiotika. Nach einwöchigem Aufenthalt wird er nach Hause entlassen.

„Die haben eine tolle Arbeit geleistet und das gut in den Griff gekriegt“, sagt Manner. Seinem Operateur, betont er, „bin ich heute noch dankbar. Was er gemacht hat, war super. Er hat mir letztlich das Leben gerettet.“

Nach Kassel hätten sie es vermutlich nicht mehr geschafft 

Im Nachhinein, sagen die Manners, habe man mal gedanklich durchgespielt, was ohne das Wolfhager Krankenhaus gelaufen und Peter Manner nach Kassel gebracht worden wäre: Man hätte einen Rettungswagen rufen müssen. Die Fahrt, ist sich Angelika Manner sicher, hätte deutlich länger gedauert als die vom Gesetz maximal erlaubte halbe Stunde. Sie habe als Kinderärztin im Klinikum Notdienste geleistet. „Ich habe es von Wolfhagen bis zum Klinikum nie in einer halben Stunde geschafft.“

Die kurzen Wege sind in solchen Fällen entscheidend 

Bis sieben Uhr, sagt Peter Manner, hätte er dort bestimmt noch nicht auf dem OP-Tisch gelegen. Ob er da „gleich reingerutscht wäre in den laufenden Betrieb“ bezweifelt er. Schon gar nicht, wenn es dort noch andere Notfälle gegeben hätte. „Es wäre auf jeden Fall suboptimal gelaufen.“ Weiter sagt der Arzt: „Ein kleines Haus ist optimal für nicht so komplizierte Sachen. Da sind die kurzen Wege entscheidend.“ Und auch die Zuwendung, sagt Manner, die man als Patient erfahre, oder wie es seine Frau formuliert, „das Menscheln“ in der Wolfhager Klinik, sei für den Patienten von ganz besonderem Wert.

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