Interview mit Altenheimleiter aus Wolfhagen

Klinik ist aus Sicht von Peter Grunwald wichtig für Senioren 

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Die Kreisklinik ist sehr bedeutsam für die Bewohner des Wolfhager Seniorenzentrums. Das sagt Einrichtungsleiter Peter Grunwald, hier mit Pflegedienstleiterin Jutta Volkwein.

Die gefährdete Kreisklinik Wolfhagen erfüllt eine wichtige Funktion als Notfall- und Versorgungszentrum für die Altenheime in der Region.

Wir sprachen darüber mit Peter Grunwald, Leiter des Seniorenzentrums in Wolfhagen.

Wie haben Sie persönlich die Nachricht von der möglichen Schließung der Kreisklinik aufgenommen?

Die Nachricht von der Schließung der Kreisklinik hat mich persönlich sehr überrascht, ist aber vermutlich nur eine absehbare Konsequenz der Politik der Gesundheit Nordhessen. Als vor nicht allzu langer Zeit die Geburtenstation geschlossen wurde, die bereits eine Spezialabteilung war, konnte man der Ausgliederung weiterer Bereiche entgegensehen.

Wie intensiv ist die Zusammenarbeit zwischen Seniorenzentrum und Klinik?

Die Zusammenarbeit mit der Kreisklinik beziehungsweise der Erhalt der Kreisklinik als Notfall- und Versorgungszentrum ist für uns als stationäre Einrichtung sehr bedeutsam. Im vergangenen Jahr gab es über 100 Notfalleinsätze für unsere Bewohner. 80 Fälle gingen dabei in eine stationäre Behandlung über und für 40 Bewohner gab es eine Notfallversorgung. Als weiteres Argument ist örtliche Nähe zur pflegebedürftigen Klientel zu nennen. Wir sprechen von einem sehr sensiblen Personenkreis, zum Teil mit demenzieller Erkrankung, für die ein langer Transport eine unzumutbare Härte und eine weitere Verminderung der Lebensqualität bedeuten würde.

Welche Folgen befürchten Sie für Ihre Bewohner bei einer Schließung?

Die Schließung würde für Wolfhagen den Verlust einer wohnortnahen Versorgung und damit einen weiteren Verlust der Infrastruktur bedeuten. Auf der einen Seite ist man bemüht, die Kernstädte zu beleben und auf der anderen Seite werden existenzielle Einrichtungen geschlossen beziehungsweise zentralisiert. Für die Bewohner und im Übrigen auch die Bürger Wolfhagens bedeutet dies zusätzliche weite Wege, Identitätsverlust durch ständig wechselndes Personal und unpersönliche Klinikatmosphäre.

Haben Sie einen Vorschlag, wie der Standort erhalten werden kann?

Man sollte grundsätzlich den demografischen Wandel, und ich meine damit auch die drohende Überalterung, in vielen Regionen Deutschlands berücksichtigen. Ein Weg wäre zumindest, die Klinik mit einem geriatrischen Spezialangebot zu erhalten, dass alle Altersleiden in den Bereichen Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie und Allgemeinmedizin zusammenführt. Zusätzlich einen ausgebauten Notfallstandort. 

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