Klinik Wolfhagen im Landkreis Kassel

Förderverein nach Rettung der Klinik in Wolfhagen erleichtert - Für eine neue, transparente Struktur

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Protest gegen Klinikschließung auf dem Marktplatz in Wolfhagen: Am 22. Februar waren 500 Menschen dem Aufruf des Fördervereins gefolgt, um für den Erhalt der Klinik zu kämpfen.

Die Klinik in Wolfhagen ist gerettet: Der Verkauf von Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) an den Landkreis Kassel ist beschlossen.

  • Haupt- und Finanzausschuss stimmt Verkauf der Kliniken in Wolfhagen und Hofgeismar zu
  • Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) verkauft somit an den Landkreis Kassel
  • Verkauf soll zum 01.07.2020 erfolgen

Wolfhagen – Mit großer Erleichterung hat der Förderverein Kreisklinik auf die Rettung des Wolfhager Krankenhauses reagiert. Wie berichtet hatte der Haupt- und Finanzausschuss stellvertretend für den Kreistag dem Verkauf der Kliniken in Wolfhagen und Hofgeismar von der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) an den Landkreis Kassel zugestimmt.

Für alle Beschäftigten und Patienten derKreiskliniken GmbH sei das eine hervorragende Nachricht, sagt Wolfgang Hanske, der neben Klaudia Kälber und Dieter Schrader zu den Vorsitzenden des Vereins zählt. Nun müsse man sich darüber Gedanken machen, welche Struktur die Klinik ab dem 1. Juli dieses Jahres erhalten soll. „Wie können die Bürger beteiligt und wie Personal, Ärzte und Förderverein eingebunden werden“, nennt Hanske Punkte und betont dabei den hohen Stellenwert von Transparenz. Das abgeschottete Gremium des GNH-Aufsichtsrates habe der Wolfhager Klinik nicht gutgetan.

Kreis Kassel - Hitzige Debatte um die Klinik Wolfhagen

Klinik Wolfhagen - Übernahme der Klinik durch den Landkreis Kassel

Und noch etwas sei nun wichtig: Die Entscheidung der Gremien des Kreistages und die Übernahme der Klinik durch den Landkreis müssen nun womöglich gegen die Interessen von Land und Bund verteidigt werden. Denn bis zuletzt sei deren Haltung zur Gesundheitspolitik eine gewesen, in der die Wirtschaftlichkeit die wichtigste Rolle gespielt habe. Man müsse sehen, ob es bei Bund und Land, ausgelöst durch die Corona-Krise, zu einem Umdenken komme.

Die dynamische Entwicklung beim Wolfhager Krankenhaus bescherte dem Förderverein in den vergangenen Wochen einige neue Mitglieder. Aktuell liege deren Zahl bei 95, sagt Vorstandsmitglied Uwe Kälber. Doch gerade seit bekannt sei, dass die Klinik von der GNH abgenabelt sei und in eine andere Trägerschaft überführt werde, hätten sich viele Interessierte gemeldet. Wolfgang Hanske sagt, er habe allein in dieser Woche zehn Aufnahmeanträge bekommen. Anderen Vorstandsmitgliedern gehe es ähnlich, sodass die Zahl der Mitglieder in den nächsten Tagen einen Satz nach oben machen dürfte.

Klinik Wolfhagen - Kauf durch Landkreis Kassel zum 01.07.2020

Mit der neuen Perspektive für die derzeit geschlossene Klinik werde auch deutlich, wie sehr die Beschäftigten in den zurückliegenden Monaten unter Druck gestanden hätten. In den vergangenen Tagen habe es insbesondere von Mitgliedern der Belegschaft positive Rückmeldungen und die Bitte um Aufnahme in den Verein gegeben, sagt Hanske.

Das zwischen dem Landkreis Kassel und der GNH ausgehandelte Eckpunktepapier sieht vor, dass der Betrieb der Kliniken in Hofgeismar und Wolfhagen vom Landkreis Kassel zum 1. Juli gekauft wird, der dafür entweder den vorhandenen Eigenbetrieb Kliniken oder aber eine beziehungsweise mehrere noch zu gründende Gesellschaften nutzen wird.

Klinik Wolfhagen - Arbeitsvertrag der Mitarbeiter der Kreiskliniken Kassel ändert sich nicht

Betrieb heiße aber nicht nur eine leere Immobilie, sondern eine Klinik, wie es sie vor der Schließung durch die vorgeschobenen Brandschutzgründe gegeben habe. Das bedeute, dass alle Stationen inklusive der 24/7-Notfallversorgung und mit der D-Arzt-Ambulanz, die für die Versorgung von Schüler- und Arbeitsunfällen eminent wichtig seien, auf den Landkreis übergehen und dass bis zum Juli nichts mehr an der internistischen und chirurgischen Ermächtigungsambulanz geändert werde, heißt es vonseiten des Vereins.

Wichtig für ihn sei zudem die Ankündigung von Landrat Uwe Schmidt, dass alle Beschäftigten der Kreiskliniken Kassel Beschäftigte des Eigenbetriebs oder der Gesellschaften werden, außer sie widersprechen diesem Betriebsübergang. Auch solle es kein Lohndumping geben. In den Auffanggesellschaften des Landkreises oder im Eigenbetrieb werde weiter nach TVöD bezahlt – am Arbeitsvertrag der Mitarbeiter der Kreiskliniken Kassel ändere sich nichts, so Vorstandsmitglied Heiko Weiershäuser.

Von Antje Thon

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