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Klinik Wolfhagen setzt künstliche Kniegelenke ein

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Von: Bea Ricken

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Die ersten Knie-Operationen seien bereits erfolgreich ausgeführt worden, sagt Dr. Michael Schacht (links). Zum Beispiel bei der 87-jährigen Gerda Hornschu, die Schacht hier zusammen mit seinem Kollegen Dr. Sebastian Herzberg untersucht.
Die ersten Knie-Operationen seien bereits erfolgreich ausgeführt worden, sagt Dr. Michael Schacht (links). Zum Beispiel bei der 87-jährigen Gerda Hornschu, die Schacht hier zusammen mit seinem Kollegen Dr. Sebastian Herzberg untersucht. © Ricken, Bea

Arthrosegeplagte Menschen profitieren von dem neuem OP-Angebot in Wolfhager Klinik. Eine 87-Jährige will nach erfolgreicher Knie-OP wieder wandern.

Wolfhagen – Schlimme Schmerzen haben die 87-jährige Gerda Hornschu vor der Operation geplagt. „Meine Arthrose in den Knien hat sich besonders nachts bemerkbar gemacht“, erzählt die Wolfhagerin.

Nach dem Einsatz der künstlichen Kniegelenke läuft sie jetzt schon selbstständig mit Krücken durch die Kreisklinik. Wenn sie die Reha hinter sich hat, will Hornschu wieder mit ihren heiß geliebten kleinen Wanderungen starten.

Ärzte sind mit Ergebnis zufrieden

„Das kann sie auch“, sagt Dr. Michael Schacht, Orthopäde und Leiter der Unfallchirurgie, der seit einigen Wochen zusammen mit Oberarzt Dr. Hubert Bölkow die Operationen am Kniegelenk aufgenommen hat.

Die 87-Jährige sei das beste Beispiel, dass man auch im höheren Alter die Schmerzen nicht aushalten und auf Alltagstätigkeiten verzichten müsse. Ein jüngerer Patient mit zwei künstlichen Kniegelenken spiele sogar wieder Fußball.

Mit neuen medizinischen Angeboten möchte der Landkreis Kassel als Träger der Wolfhager Klinik den Standort aufwerten. Dies war als Zielvorgabe bei der Übernahme formuliert worden.
Mit neuen medizinischen Angeboten möchte der Landkreis Kassel als Träger der Wolfhager Klinik den Standort aufwerten. Dies war als Zielvorgabe bei der Übernahme formuliert worden. © Bea Ricken

Erfahrung von 2000 OPs

Er und Bölkow würden auf die Erfahrung von 2000 Operationen mit dem Einsatz von Endoprothesen zurückblicken. Endoprothese bezeichnet den Ersatz des meist durch Arthrose zerstörten Kniegelenks durch ein künstliches Gelenk.

Als die Klinik noch unter der Regie der Gesundheit Nordhessen (GNH) gestanden habe, hätte man dieses Angebot nicht machen können, da die GNH diese Operation zentral in einer anderen Klinik verortet haben wollte, sagt Schacht.

Der Einsatz künstlicher Kniegelenke ergänzt die schon seit Länger angebotenen Kniegelenksspiegelungen. Da die Kniegelenke einer enormen Belastung durch das Körpergewicht ausgesetzt sind, aber auch durch Verletzung (Trauma) oder Entzündungen geschädigt werden können, sind sie sehr anfällig für Gelenkverschleiß.

Die Knie-Teilprothese ersetzt bei kleineren Knorpelschäden einen Teil des Kniegelenks. Die Knie-Totalendoprothese (Knie-TEP) ersetzt das Kniegelenk vollständig. Für die Operationen in Wolfhagen werden Prothesen der Firma Implantcast genutzt – das Unternehmen produziert laut Klinik ausschließlich in Deutschland.

„Unser Krankengymnastikteam wurde um eine zusätzliche Stelle zur Betreuung unserer Patienten auf der Station aufgestockt“, berichtet Schacht. Beratung, auch für Patienten, die keine Operation wünschen, gibt es in der ambulanten Gelenksprechstunde.

Kniegelenk aus Metall und Kunststoff

Die Knieendoprothese ist eine fest im Knochen verankerte Prothese aus Metall und Kunststoffkomponenten (Polyethylen). Sie kann nach schwerer Kniearthrose oder nach einem Unfall das natürliche Kniegelenk ganz oder teilweise ersetzen. Die Knieprothese macht den Patienten wieder leistungsfähig und bis zu einem bestimmten Ausmaß auch sportfähig. 

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