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Klinik Wolfhagen startet Pilotprojekt zur Telemedizin

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Von: Bea Ricken

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Mit neuen medizinischen Angeboten möchte der Landkreis Kassel als Träger der Wolfhager Klinik den Standort aufwerten. Dies war als Zielvorgabe bei der Übernahme formuliert worden.
Mit neuen medizinischen Angeboten möchte der Landkreis Kassel als Träger der Wolfhager Klinik den Standort aufwerten. Dies war als Zielvorgabe bei der Übernahme formuliert worden. © Bea Ricken

Telemedizin oder Fernbehandlung ermöglicht Ärzten, Patienten per Video zu Hause zu behandeln. Bluthochdruck-Patienten sollen als erste profitieren.

Kreis Kassel – Der Landkreis Kassel startet in der Wolfhager Klinik ein Pilotprojekt, das eine Betreuung der Patienten zuhause ermöglicht. Das Stichwort ist Telemedizin oder Fernbehandlung und wird im Landkreis Kassel bisher schon von niedergelassenen Ärzten praktiziert. So verbinden sich Ärzte zum Beispiel per Videoschalte mit ihren Patienten. Dass eine Klinik Patienten in ihrem heimatlichen Umfeld betreue, sei in Nordhessen bisher einzigartig, sagt Florian Lupfer-Kusenberg, Geschäftsführer des Unternehmens Tunstall aus Telgte, die das Konzept in Wolfhagen umsetzen.

André Raum Chefarzt
André Raum Chefarzt © Kreisklinik

Dabei werden 50 Menschen angesprochen, die mit Bluthochdruck zu kämpfen haben. Zum Beispiel Patienten, die bei einem Klinikaufenthalt mit Medikamenten eingestellt wurden. Danach werden sie von dem Team um den Chefarzt der Inneren, André Raum, zu Hause engmaschig überwacht. „Das System ist leicht verständlich und funktioniert über eine App auf Tablet oder Smartphone, die auch mit einem Blutdruckgerät verbunden sind“, erklärt Lupfer-Kusenberg.

Sensible Daten werden gut geschützt

Die Patienten stehen im täglichen Kontakt mit dem Krankenhaus. „Steigt zum Beispiel der Blutdruck in gefährliche Höhe, können wir sofort reagieren“, erklärt André Raum. Er möchte dabei mit dem Hausarzt des Patienten kooperieren. Auch dieser kann über eine sogenannte Cloud die gespeicherten Daten der digitalen Gesundheitsakte abrufen. Natürlich datenschutzkonform, wie Lupfer-Kusenberg betont. Die sensiblen Gesundheitsdaten seien gut geschützt. Das System reduziere die Aufenthaltsdauer des Patienten im Krankenhaus und stärke die Patientenbindung zwischen ambulanten und stationärem Bereich, so Raum.

Das Pilotprojekt soll über sechs Monate laufen. „Wenn alles gut funktioniert, können wir uns vorstellen, die Telemedizin in beiden Kliniken zu etablieren“, erklärt Kreissprecher Harald Kühlborn. Dabei ist das Monitoring samt Aufzeichnung der Vitalwerte nicht nur für Blutdruckpatienten interessant, sondern auch für Menschen, die beispielsweise unter COPD, einer Lungenerkrankung, oder Diabetes leiden.

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