Kultur- und Geschichtsvereins Bad Emstal hofft auf Öffnung im September

Klostermuseum von Corona ausgebremst

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Derzeit ohne Besucher: Museumsleiter Ernst Rogge (links) und der Vorsitzende des Kultur- und Geschichtsvereins, Joachim Hübner, in der Ausstellung zum Thema Lebensbilder, Leidensbilder, Frauenbilder.

Die Akteure des Kultur- und Geschichtsvereins Bad Emstal hatten viel Energie und Arbeit in das Projekt gesteckt und fieberten der Eröffnung im Klostermuseum Merxhausen entgegen. Mitte September wurde die Dauerausstellung „Lebensbilder, Leidensbilder, Frauenbilder“ eröffnet. Und dann kam Corona.

Merxhausen –In den ersten drei Monaten bis zur Winterpause, sagt Vereinsvorsitzender Joachim Hübner, zählte man 538 Besucher. „Das war schon ganz ordentlich.“ Anfang März öffnete die Ausstellung wieder ihre Pforten. „Und dann kam Corona“, so Hübner.

Und mit der Pandemie änderte sich, wie in vielen anderen Museen auch, alles. Statt mit dem Schwung aus der Startphase in die neue Saison zu gehen, musste man das Museum auf unbestimmte Zeit wieder zusperren, den Gruppen, die sich bereits angemeldet hatten, absagen. „70 Prozent unserer Besucher“, erklärt Hübner, „kommen mit Gruppen hierher. Das liegt vielleicht auch daran, dass es ein anspruchsvolles Thema ist“, das Publikum sich eine Führung und Erklärungen wünscht.

„Diese Gruppenführungen sind für uns lebenswichtig“ sagt Museumsleiter Ernst Rogge, „und genau die fehlen jetzt wegen der Abstandsregelungen“. Die umgebaute Etage, in der die Ausstellung untergebracht wird, bestand einst aus kleinen Räumen. Man schaffte zwar deutlich mehr Platz, genügend Raum für die Besucher unter normalen Umständen, aber eben nicht genug im Zuge der Corona-Einschränkungen.

Und auch das zweite Standbein knickte weg: die themenbezogenen Veranstaltungen. Da sind zum einen die Erzählcafés, in denen in lockerer Gesprächsrunde mit einheimischen Gästen ortsbezogene Themen aus der Vergangenheit behandelt werden. Das Museum sorgt für Kaffee und Kuchen, die Gäste zahlen fünf Euro. Und dazu kommen noch die wissenschaftlichen Vorträge zu den Bereichen Kloster und psychiatrische Anstalt. Hier wird Eintritt erhoben. Allein bei diesen Veranstaltungen zählte man im vergangenen Jahr 866 Besucher.

Mit den Abstandsregeln müsste man den jeweiligen Personenkreis erheblich beschränken. Man überlege derzeit, ob man in größere Räumlichkeiten ausweichen. Man befürchte allerdings, dass die Gäste sich in einem Saal verlieren und die Atmosphäre auf der Strecke bleibe.

Auch das Museum würde man gerne wieder öffnen. Als Termin könnte man sich den Tag des offenen Denkmals am 13. September vorstellen. Führungen mit Zehner-Gruppen und mit dem nötigen Abstand „könnten wir uns als Einstieg vorstellen“, sagt Joachim Hübner. Dank der modernen Ausstattung der Dauerausstellung, könnten Besucher statt über Kopfhörer über Lautsprecher an der jeweiligen Station hygienisch einwandfrei mit einem Holzstift den Knopf drücken und die Erklärungen starten.

Im Hintergrund schwingt immer mit, dass die Schließung auch einen finanziellen Aspekt hat. „Unser Haushaltsplan ist ziemlich durcheinandergeraten“, erklärt Hübner. „Zwischen 3000 bis 4000 Euro haben wir an Einnahmeausfällen, das ist für einen kleinen Verein mit 100 Mitgliedern schon eine Hausnummer.“ Dass man kurz vor der Insolvenz stehe, so schlimm sei es nun auch wieder nicht. Der Verein habe Rücklagen, und bei einem Jahresbeitrag von 40 Euro je Mitglied komme ja auch etwas rein.

Aber Museum und Verein haben ja weitere Ziele. So soll im Keller wieder die Ausstellung zum dörflichen Leben flott gemacht werden, das Heimatmuseum war einst die Keimzelle des Klostermuseums. Neben der Dauerausstellung zu den Frauenschicksalen soll im Dachgeschoss als dritte Abteilung eine Ausstellung zur Medizingeschichte entstehen.

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