Mit neuem Programm "Klein/Laut"

Mit Knalleffekt auf die Bühne: Hennes Bender begeisterte in Kulturladen

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Begeisterte: Hennes Bender im Kulturladen  

Wolfhagen. Dieser Mann muss ein Herz mit eingebautem Turbomotor haben. Zwei Stunden stand er aufgekratzt und hibbelig auf der Bühne, ohne Requisiten und Souffleur, nur mit Mikro und redete. Nein, er laberte, schwadronierte, parlierte, palaverte und quasselte.

Ununterbrochen, ohne Punkt und Komma und in einer Schnelligkeit, die an die Schallgeschwindigkeit eines Flugzeugs grenzte. Das „Durchbrechen der Schallmauer“ kam nach 20 Minuten, nachdem er von einer Stimme im Off als Hobbit auf Speed mit dem Ruhrpott im Blut angekündigt worden war und mit einem Knalleffekt auf die Bühne sprang.

Davor hatte er in einer etwas langatmige Aufwärmphase mit dem Publikum geplaudert. Zur Empörung der 60 Zuschauer versetzte er Wolfhagen nach Ostwestfalen, outete sich als Star Wars Fan, kokettierte mit den Zuschauern und erzählte humorvolle Anekdoten. „Die deutsche Sprache ist mein Handwerk“, versicherte er dem gut aufgelegten Publikum und zerlegte sofort kunstvoll Sprichwörter und Floskeln.

Jeder bekam sein Fett weg 

Augenzwinkernd fragte er die Zuschauer, warum man „schlafende Hunde nicht wecken solle“ oder „wo sich jemand schon mal totgemischt habe“?

Auch die Politiker, ob Merkel, Obama oder Putin, bekamen ihr Fett weg. Sein Lieblingssatz stammte von Peer Steinbrück, der im Fernsehen auf eine Frage mit „Hätte, hätte - Fahrradkette“ geantwortet hatte. Kurz vor der Pause noch eine gesangliche Parodie auf den Erfinder des Beerdigungspop: Die Gruppe Unheilig.

Reale Absurditäten

Danach widmete er sich den realen Absurditäten des Alltags am Beispiel eines klinischen Untersuchungsberichtes. In diesem wurde ihm ein „adipöser Habitus“, also Fettleibigkeit, und ein „selbständiges Entkleiden“ bescheinigt. Dabei habe er gar keinen Bierbauch, sondern ein Feinkostgewölbe, versicherte der kleine Mann aus Bochum den schmunzelnden Zuschauern.

Auch um Ratschläge war Hennes Bender nicht verlegen und gab dem Publikum konkrete Anweisungen, wie sie auf der Toilette Spaß haben könnten.

Die Besucher quittierten es mit lautem Gelächter. Eine Spur von Ernsthaftigkeit kam auf, als er die „Kommerz-Stasi-Methoden“ von Amazon anprangerte.

Im Kostüm auf der Bühne 

Natürlich kam der Tempo-Talker nicht ohne Zugaben aus. Im Showdown trat er im Sponge-Bob-Kostüm auf.

Gekonnt parodierte er die deutsche Synchronstimme der bekannten TV-Zeichentrickfigur. Zum Abschluss gab es einen Knaller, einen Fast-Striptease. Seine Liebe zu Star Wars veranlasste Hennes Bender in einer Uniform der Sturmtruppen aufzutreten.

Zu Joe Cockers Song „Leave your hat on“ versuchte er, sich selbständig beinahe zu entkleiden. Das Publikum raste vor Vergnügen.

Möge die Macht mit ihm sein - mit dem kleinen, lauten Mann.

Von Ursula Neubauer

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