Altkreis über dem Bundestrend

Kommunen im Wolfhager Land packen bei Steuern mächtig drauf

Wolfhager Land. In den vergangenen fünf Jahren haben über 50 Prozent der deutschen Kommunen ihre Grund- und Gewerbesteuern angehoben. Der Trend zeigt sich auch im Wolfhager Land. 

Wolfhager Land. Die bundesweiten Zahlen liefert eine Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Im Altkreis Wolfhagen blieben die Hebesätze für die Gewerbesteuer nur in Naumburg und Breuna konstant – Firmen mussten dort also nicht mehr zahlen. Alle anderen Kommunen erhöhten ihre Hebesätze in dieser Zeit ein Mal. Damit liegt der Altkreis Wolfhagen über dem Bundestrend.

Am höchsten war bisher die Gewerbesteuer in Zierenberg: 2015 erhöhte die Stadt den Satz von 380 auf 480 Prozentpunkte. Am Montag sprachen sich Fraktionen in Zierenberg für eine Senkung aus. „Die Unternehmen finden die Anhebung nicht gut und sehen sich zu stark belastet“, sagte Bürgermeister Stefan Denn (SPD).

Die Grundsteuer-Hebesätze haben alle sechs Kommunen angehoben. Laut Denn sah sich Zierenberg wegen der Forderung nach einem ausgeglichenen Etat gezwungen, auch die Grund- und Gewerbesteuer zu erhöhen.

Das größte Minus, aber dennoch die höchsten Gewerbesteuereinnahmen im Altkreis hat Wolfhagen: Waren es 2012 noch gut 4,7 Mio. Euro, wurden 2016 rund 4,1 Mio. Euro erzielt. Dies lasse sich mit wirtschaftlichen Schwankungen erklären, so Kämmerer Reinhard Walter. Auch bei der Grundsteuer hat Wolfhagen die höchsten Einnahmen: Weil der Hebesatz der Grundsteuer B (Wohngebäude) von 330 auf 420 Prozent erhöht wurde, erzielte die Stadt 2016 über zwei Mio. Euro. 

Trotz starker Schwankungen bei den Gewerbesteuereinnahmen verzichtete Naumburg darauf, den Hebesatz zu erhöhen. „Das ist das Ergebnis einer politischen Diskussion“, so Bürgermeister Stefan Hable (CDU). Die Grundsteuer wurde um 160 auf 480 Prozentpunkte angehoben, um den Haushalt auszugleichen. 

Von Moritz Gorny und Niklas Kirk

Wichtige Einnahmequellen

Die Gewerbesteuer und die Grundsteuer zählen zu den wichtigsten Einnahmequellen der Kommunen. Ausschlaggebend für die Gewerbesteuer ist der erzielte Gewinn eines in der Kommune ansässigen Unternehmens. Die endgültige Höhe der Gewerbesteuer wird durch den von der Kommune festgesetzten Hebesatz bestimmt.

Bei der Grundsteuer unterscheidet man zwischen Steuer A (Grundstücke der Land- und Forstwirtschaft) und B (bebaute oder bebaubare Grundstücke und Gebäude). Hier ermittelt das Finanzamt den Steuermessbetrag. Die Gemeinde wendet diesen mit den Hebesätzen der Grundsteuer zur Ermittlung des Steuerbetrags an. (rax)

Rubriklistenbild: © dpa

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