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Kosten für DRK-Rettungswache steigen auf 3,5 Mio. Euro

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Von: Antje Thon

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Der Rohbau der DRK-Rettungswache in Wolfhagen ist abgeschlossen.
Der Rohbau steht: Dachdeckermeister Roland Steinfadt sprach vom Dach der DRK-Rettungswache in Wolfhagen den Richtspruch. Da diese Aufgabe traditionell den Zimmerleuten obliegt, war es für ihn nach 40 Berufsjahren eine Premiere. © Antje Thon

Die Stadt Wolfhagen bekommt eine neue DRK-Rettungswache. Seit einigen Monaten baut die DRK-Rettungsdienst Kassel gGmbH den verkehrsgünstig gelegenen Stützpunkt an der Siemensstraße.

Wolfhagen - Noch vor einigen Monaten wäre das Gesamtpaket für 2,6 Millionen Euro zu haben gewesen. Doch wie der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Kassel-Wolfhagen, Holger Gerhold-Toepsch, jetzt sagte, sei Bauen derzeit kein Vergnügen. Er spielte damit auf die Teuerung an. Inzwischen liegen die Baukosten bei 3,5 Millionen Euro.

Und weil der Rohbau fertiggestellt und das Dach geschlossen ist, hatte das DRK für Dienstag Beschäftigte, Firmen und Partner zu einem kleinen Richtfest geladen. Viele nutzten die Gelegenheit, sich ein erstes Mal ein Bild von der neuen Wache zu verschaffen. Sie inspizierten die große Halle, in der künftig vier Fahrzeuge Platz haben werden und nahmen die Raumhüllen für Büros, Lehrsaal, Küche, Aufenthalts- und Ruheräume in Augenschein. Ebenfalls in den kommenden Monaten werden ein Schleusenraum für Dekontaminationen, Umkleiden und Sanitärräume Gestalt annehmen.

Um fast ein Jahr haben sich die Bauarbeiten verzögert. Erst im April wird der DRK-Rettungsdienst seinen Betrieb an der Siemensstraße aufnehmen. Materialknappheit, aber auch Handwerkermangel seien die Gründe für die Verzögerung. „Bauen ist derzeit eine echte Herausforderung“, schildert der Leiter des DRK-Rettungsdienstes, Stephan Moritz, die aktuelle Situation. Es fehle an Grundbaustoffen wie Stahl und Beton, manchmal könnten aber auch Kleinigkeiten eine Baumaßnahme ausbremsen, erläutert er. So habe es zu Jahresbeginn keine Betonringe für Abwasserrohre gegeben. Wochenlang habe die Baustelle geruht. Hinzukämen die Preissteigerungen im gesamten Baugewerbe.

Der moderne Neubau entspreche den gesetzlichen Erfordernissen einer zeitgemäßen und funktionalen Rettungswache. Mit der neuen Wache im Wolfhager Industriegebiet würden sich die Arbeitsabläufe und die Arbeitsbedingungen für die 24 Notfallsanitäter, Rettungssanitäter und Azubis, die im Zwei-Schichtbetrieb arbeiten, deutlich verbessern, sagt Stephan Moritz. Jährlich rund 3000 Einsätze im Einsatzgebiet, zu dem neben Wolfhagen auch Breuna, Naumburg, Zierenberg und Teile Bad Emstals zählten, verlangten nach mehr Platz für Personal und Fahrzeuge.

Der Standort an der Ippinghäuser Straße soll vorerst weiterhin vom DRK genutzt werden. Für das ebenfalls im Gebäude untergebrachte Familienzentrum, die Tagesmüttervermittlung, die Kursangebote und die im Bereich „Essen auf Rädern“ Beschäftigten wird sich die Situation entspannen.

Neben den beiden Standorten in Kassel mit neun Einsatzfahrzeugen und Vellmar mit vier Einsatzfahrzeugen wird Wolfhagen (drei Einsatzfahrzeuge und ein Ersatzwagen) die modernste Rettungswache werden, sagt Stephan Moritz. Dafür sorgten auch die neusten Änderungen bei der DIN-Norm, die den Fahrzeugen und Beschäftigten mehr Platz im Gebäude zugesteht.

Schon jetzt arbeitet die DRK-Rettungsdienst Kassel gGmbH an einer nächsten Planung. In Trendelburg soll eine weitere Rettungswache errichtet werden. (Antje Thon)

Blick von der künftigen Fahrzeughalle hinaus auf die Siemensstraße.
Blick von der künftigen Fahrzeughalle hinaus auf die Siemensstraße. © Antje Thon

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