Ambulante Behandlungen laufen weiter

Krankenhaus Wolfhagen: Wegen Brandschutzmängeln - Stationäre Versorgung wird ausgesetzt

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Die stationäre Versorgung im Krankenhaus Wolfhagen ist ab sofort eingestellt: Als Grund nennt die GNH Brandschutzmängel.

Ab sofort werden keine Patienten mehr stationär in der Kreisklinik Wolfhagen aufgenommen. Grund sind schwerwiegende Mängel beim Brandschutz.

  • Ab sofort keine stationäre Aufnahme mehr im Krankenhaus Wolfhagen.
  • Grund sind schwerwiegende Mängel beim Brandschutz.
  • Ambulante Behandlungen gehen weiter.

Update 21.2.2020 20.37 Uhr - Das Krankenhaus-Gebäude in Wolfhagen habe so schwerwiegende Brandschutzmängel, dass eine stationäre Versorgung nicht mehr zu verantworten sei. Das erklärten der Chef der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH), Dr. Michael Knapp, und Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle in seiner Funktion als GNH-Aufsichtsratsvorsitzender am Freitag während einer Pressekonferenz. 

Krankenhaus Wolfhagen: Patienten werden in den kommenden Tagen verlegt

Bis Ende nächster Woche sollen die 57 Patienten, die derzeit in Wolfhagen medizinisch betreut werden, in die GNH-Kliniken Bad Arolsen, Hofgeismar oder Kassel verlegt werden – sofern sie nicht bis dahin ohnehin entlassen werden. Auch die stationäre Notfallversorgung wird ausgesetzt; eine ambulante Versorgung soll es aber über den 28. Februar hinaus im Krankenhaus Wolfhagen geben.

Krankenhaus Wolfhagen: Erhebliche Mängel beim Brandschutz - Gefährdungssituation

Knapp und Geselle beriefen sich dabei auf einen einstimmigen Beschluss des Aufsichtsrats, der am Donnerstag in einer außerordentlichen Sitzung getagt hatte. Begründet wird der Schritt mit erheblichen Brandschutzmängeln. Diese werden in einem Gutachten der Frankfurter Rechtsanwaltschaftsgesellschaft Heussen aufgeführt, das die GNH in Auftrag gegeben hat und das seit dieser Woche vorliegt.

Darin heißt es, dass ohne weitere Verzögerung Vorkehrungen getroffen werden müssten, um die Gefährdungssituation im Krankenhaus Wolfhagen sofort zu beenden. Mit einem Weiterbetrieb „ohne Durchführung oder während der Ausführung der Brandschutzertüchtigung“ seien erhebliche Haftungsrisiken für die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrats der GNH und der Geschäftsleitung des Krankenhauses gegenüber Dritten verbunden - insbesondere Patienten und Mitarbeitern. 

Das Gutachten lasse keinen Ermessensspielraum, resümierte Knapp: „Wir sind dafür da, Menschenleben zu retten und nicht, Menschen in Gefahr zu bringen.“

Krankenhaus Wolfhagen: Keine betriebsbedingten Kündigungen

Die jüngste Entwicklung hatten Geselle und Knapp den Krankenhaus-Beschäftigten am Vormittag in Wolfhagen mitgeteilt. Sie versicherten den 167 Mitarbeitern des Standortes, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen gebe. Stattdessen sollen die Beschäftigten in den anderen GNH-Einrichtungen unterkommen.

Erst vor wenigen tagen war das Krankenhaus Wolfhagen Thema in der Kreistagssitzung: Uwe Schmidt, Landrat des Landkreises Kassel, hatte angekündigt, seine Pläne für die Zukunft der Klinik Anfang April vorzustellen.

Krankenhaus Wolfhagen: Landkreis will gegen Beschluss vorgehen

„Der Beschluss des Aufsichtsrats der GNH zur Schließung des stationären Angebots der Klinik Wolfhagen ist nicht rechtmäßig zustande gekommen“, sagt Landrat Uwe Schmidt. Der Landkreis werde daher rechtlich gegen den Beschluss vorgehen.

„Ich habe den Eindruck, dass der Vorstand der GNH die notwendigen Brandschutzmaßnahmen am Ofenberg nutzt, um seine Schließungsabsicht ohne Rücksicht auf die Menschen im Wolfhager Land, die Beschäftigten der Kreisklinik und die Belegärzte vor Ort durchzusetzen“, so Schmidt weiter.

Aus Sicht des Kreises stimmt das Gutachten nicht mit den Einschätzungen der Fachbehörden des Landkreises und einem für einen Bauantrag für Brandschutzmaßnahmen am Standort Wolfhagen von der GNH übersandten Gutachten überein. Deshalb habe man den Aufsichtsrat aufgefordert, die Thematik durch ein weiteres unabhängiges Gutachten zu klären. Schmidt: „Auch für uns hat die Sicherheit der Patienten und der Beschäftigten der Klinik Wolfhagen oberste Priorität.“

Das aktuelle Brandschutzgutachten zeige zwar eine Reihe von Mängeln auf, „nirgendwo steht allerdings, dass eine akute Gefährdung für Patienten und Beschäftigte besteht“, sagt Schmidt.

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