Finanzausschuss stimmt Verkauf an den Landkreis Kassel zu

Krankenhaus in Wolfhagen ist gerettet - Finanzausschuss stimmt Verkauf zu

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Im Juli soll der stationäre Betrieb in der Kreisklinik wieder aufgenommen werden.

Der Verkauf der Kliniken Wolfhagen und Hofgeismar an den Landkreis Kassel zum 1. Juli dieses Jahres ist beschlossen.

  • Das Krankenhaus Wolfhagen hat schwere Mängel beim Brandschutz und wurde geschlossen. 
  • Seit Februar durfte das Krankenhaus keine Patienten mehr stationär behandeln.
  • Jetzt will der Landkreis Kassel das Krankenhaus kaufen.

Wolfhagen – Der Verkauf der Kliniken Wolfhagen und Hofgeismar an den Landkreis Kassel zum 1. Juli dieses Jahres ist beschlossen. Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses des Kreistags stimmten laut Landrat Uwe Schmidt in dieser Woche dem Konzept zu, das der Kreis und die Gesundheit Nordhessen (GNH) ausgehandelt hatten. 

Der Kreis zahlt für die Kliniken 2,4 Millionen Euro und erhält für seinen 7,5-prozentigen Anteil an der GNH 700.000 Euro zurück. Außerdem will der Kreis das Defizit der Klinik im ersten halben Jahr übernehmen.

Wolfhagen: Stationärer Betrieb in Klinik soll wieder aufgenommen werden

Schmidt betonte, dass diese Investition keinen negativen Einfluss auf andere Investitionen in Schulen und Straßen im Kreis haben werde. Das Konzept sieht unter anderem vor, dass nach dem Verkauf der Klinik in Wolfhagen an den Landkreis Kassel der stationäre Betrieb zum 1. Juli dieses Jahres wieder aufgenommen wird. Und zwar in allen Bereichen, wie Schmidt betont. Auch Mitarbeiter, die von der GNH von Wolfhagen an andere Standorte geschickt worden waren, sollen an ihren alten Arbeitsort zurückkehren.

In diesem Zusammenhang erklärt Schmidt, dass der Kreis in alle Verträge eintritt. Es solle entgegen einer Behauptung der Gewerkschaft Verdi kein Lohndumping geben. Der Landkreis will die Kliniken mit Partnern betreiben. Für den Standort Hofgeismar sind das die Agaplesion Diakonie Kliniken Kassel und die Evangelische Altenhilfe Gesundbrunnen. 

Klinik Wolfhagen: Corona-Krise brachte Verhandlungen ins Stocken

Für Wolfhagen hat die Agaplesion angekündigt, den Kreis beim Betrieb der Klinik zu unterstützen. Konkrete Verhandlungen waren durch die Corona-Krise in der Region Kassel etwas ins Stocken geraten, sollen jedoch demnächst wieder aufgenommen werden. 

Zur jetzigen Lösung erklärten Kassels Oberbürgermeister und GNH-Aufsichtsratsvorsitzender Christian Geselle und GNH-Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Knapp: „Unsere oberste Priorität war es, ein zukunftsfähiges Konzept für eine starke Gesundheitsversorgung in der Region zu etablieren. Gleichzeitig können damit auch die Differenzen zu einem möglichen Weiterbetrieb der Klinik Wolfhagen beigelegt werden“.

Für Unmut sorgte indes ein Brief des Bezirksgeschäftsführers der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Nordhessen, Axel Gerland, an die Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, der auch der HNA vorliegt. Darin hatte er angekündigt, alle beteiligungsrechtlichen und gewerkschaftlichen Möglichkeiten zu nutzen, um den Verkauf zu verhindern.

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