Veranstalter wollten außergewöhnliches bieten

Kreismusikschultag: Mit neuen Erfahrungen den Horizont erweitert

Let me entertain you: Der österreichische Schlagzeuger Richard Filz brachte mit seiner Gruppe den Hit von Robbie Williams ausschließlich mit vokalen Mitteln effektvoll auf die Bühne. Fotos:  Löschner

Wolfhagen. Die Flötengruppe inszenierte einen Sturm auf der Bühne, eine weitere zeigte, wie man die Stimme als Percussion-Instrument einsetzen kann.

Der Musikschultag bot Spannendes für alle Beteiligten. „Wir haben es gewagt, den ganzen Tag ohne Noten zu spielen“, kündigte Tobias Reisige von der Gruppe „Wildes Holz“ den Auftritt seiner Workshopteilnehmer an. Rund zwei Dutzend Flötisten verschiedener Altersklassen zeigten dann, dass auch Musikschüler ohne ausnotierte Spielanweisungen ein Publikum unterhalten können.

Das erste Stück ließ mit lautmalerischen Mitteln einen Sturm durch die Wolfhager Kulturhalle wehen, beim Titel „Mildes Holz“ gab es viel Raum für spontan improvisierte Dialoge zwischen Reisige und den Teilnehmern.

„Wir wollten etwas bieten, was so im Musikschulalltag nicht immer möglich ist“, beschrieb Malte Klages, Leiter der Musikschule Wolfhager Land, das Konzept des diesjährigen Kreismusikschultages. Die Musikschultage, unterstützt durch die Kulturstiftung der Kasseler Sparkasse, geben jedes Jahr Einblicke in die Arbeit der sechs Schulen in Bad Karlshafen, Hofgeismar, Vellmar, Söhre-Kaufunger Wald, Baunatal und Wolfhagen, die die Veranstaltung abwechselnd ausrichten. Dabei ist in den vergangenen Jahren eine erfreuliche Vielfalt der Ideen zu beobachten: von Konzerten mit verschiedensten Gruppen und Solisten der Schulen bis hin zur ganz- oder mehrtägigen Erarbeitung größerer Musicals oder Shows reichte die Palette.

Am Samstag in Wolfhagen standen den Schülern aus dem Landkreis drei Workshops mit charismatischen Bühnenprofis offen, bei denen neue Erfahrungen mit dem eigenen Instrument und ungewohnte Musikrichtungen im Vordergrund standen. Stefanie Hölzle und Daniel Marsch erschlossen mit ihren Teilnehmern jiddische Lieder und Klezmer und hatten bis zur Aufführung am Nachmittag mehrere unterschiedliche Stücke bühnenreif einstudiert, zum Abschluss das bekannte „Bei mir bist du schön“, das im Original aus einem jiddischen Musical der 1930er Jahre stammt.

Fetzig und witzig

Eingeleitet wurden die drei Vorträge von der Gruppe um den österreichischen Schlagzeuger Richard Filz: gemeinsam wurde dem Publikum fetzig und witzig demonstriert, wie man die Stimme als Percussion-Instrument einsetzt. Bei Robbie Williams „Let me entertain you“ hatten Musiker und Publikum gleichermaßen Spaß.

Ein Kreismusikschultag, der vielleicht etwas kleiner ausfiel, dafür Zuhörern und Teilnehmern wertvolle Hör- und Musiziererfahrung und Anregungen etwas abseits der typischen Musikschularbeit vermittelt hat und so den musikalischen Horizont erweitern und zur Vielfalt der Musikschultage beitragen konnte.

Von Markus Löschner

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