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Krieg wirkt auf Arbeitsmarkt im Wolfhager Land

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Von: Monika Wüllner

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Ein Schild mit dem Logo der Arbeitsagentur, ein Mann im Hintergrund.
Symbolbild Agentur für Arbeit © Markus Scholz/dpa

Mehr Jobsuchende durch Ukraine-Effekt: Quote im Wolfhager Land bei 5,3.

Wolfhager Land – Der Ukraine-Effekt wirkt sich weiter auf den nordhessischen Arbeitsmarkt aus. Die zunehmende Erfassung von Geflüchteten setzt diesen Trend auch im dritten Sommermonat fort, berichtet Agentur-Geschäftsführer Michael Schubert

Im Agenturbezirk Kassel, der die Stadt Kassel, den Landkreis Kassel und den Werra-Meißner-Kreis umfasst, bedeutet das: 17 492 Arbeitslose und damit 1297 mehr als im Juli und 969 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote steigt um 0,5 Punkte auf 6,1 Prozent. Noch vor einem Jahr waren es 5,7 Prozent gewesen. Im Bezirk Wolfhager Land ist die Arbeitslosigkeit um 143 auf 1128 Personen gestiegen. Das waren 294 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt im August bei 5,3 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 3,9 Prozent.

„Mehr Jobsuchende mitten im Sommer sind keinesfalls saisonüblich, waren aber in diesem Jahr zu erwarten“, kommentiert Schubert die neuen Arbeitsmarktwerte und erläutert: „Insbesondere bei Frauen, Ausländern und im Rechtskreis SGB II fallen die Zuwächse stärker als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre aus.

Hintergrund ist die weitere Erfassung ukrainischer Geflüchteter in den Jobcentern.“ Der Schwerpunkt liege dabei im Landkreis Kassel, wo im Jahresvergleich 39,7 Prozent oder 1167 mehr Leistungsempfänger im Rechtskreis SGB II gemeldet sind, während die Anstiege in Stadt Kassel und Werra-Meißner-Kreis nur prozentual einstellig statistisch erfasst wurden.

Positiv bewertet der Arbeitsmarktexperte, dass es im arbeitsmarktnahen Rechtskreis SGB III 13,7 Prozent weniger Leistungsbezieher als im Vorjahr gibt. Auch sei im Agenturbezirk ein Rückgang an Langzeitarbeitslosen - allein 37,9 Prozent binnen Jahresfrist im Rechtskreis SGB III - festzustellen. Der Bestand an offenen Stellen stagniere weiter auf hohem Niveau mit momentan 4332 Offerten und belege den unvermindert hohen Fachkräftebedarf der heimischen Wirtschaft.

„Auch über Ausbildung kann dieser Herausforderung mittel- bis langfristig effektiv begegnet werden“, betont Schubert. Bis zum Beginn der Herbstferien sei ein Ausbildungsstart noch möglich.

Im Agenturbezirk Wolfhager Land meldeten sich 316 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, das sind 121 mehr als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 176 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+14). Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 1700 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Plus von 363 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 1370 Abmeldungen von Arbeitslosen (–29).

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im August um drei Stellen auf 149 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 97 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im August 37 neue Arbeitsstellen, sieben weniger als vor einem Jahr.

Seit Januar gingen 328 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 134. (Monika Wüllner)

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