Kritik an der Stadt

Mehr Bauplätze für Wolfhager Stadtteile – Gleichbehandlung von Kernstadt und Ortsteilen gefordert

Auf einer großen Wiese ist ein kleiner abgesteckter Zaun zu sehen.
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Wiesen an der Straße Renthof in Istha: Für diese Fläche bis zum Sportplatz (Bildmitte) gibt es seit elf Monaten einen Aufstellungsbeschluss. Er ist eine Absichtserklärung, dort den Bau von Wohnhäusern zu ermöglichen.

Es ist eine Kritik an der Verwaltung im Wolfhager Rathaus: Bebauungspläne werden in der Kernstadt viel schneller aufgestellt als in den Stadtteilen, sagt der Stadtverordnete Christoph Lübcke (CDU).

Wolfhagen – Der Stadtverordnete Christoph Lübcke (CDU) beklagte sich während der jüngsten Parlamentssitzung darüber, dass Bebauungspläne in der Kernstadt viel schneller aufgestellt würden, als dies in den Stadtteilen der Fall sei.

Seine Fraktion hatte passend dazu einen Antrag eingebracht, wonach anstehende Bebauungspläne in Niederelsungen, Altenhasungen und Istha spätestens bis Ende Januar zu erarbeiten und offen zu legen seien. Der Forderung schloss sich das Parlament an.

Die Aufstellungsbeschlüsse und damit die Absicht der Kommune, in allen drei Orten Flächen für Wohnbebauung zu entwickeln, liegen seit einem knappen Jahr vor. Doch es tue sich nichts, bemängelt Lübcke.

Auch in Stadtteilen möchten viele Menschen Häuser errichten

Dafür aber würden in Wolfhagen an der Hans-Staden-Straße in Windeseile die Planungen vorangetrieben. Die Menschen in den Stadtteilen „fühlen sich wie Bürger zweiter Klasse“, beschrieb er die Stimmung in Istha, seinem Heimatort.

Es gebe genügend Menschen in Altenhasungen, Niederelsungen und eben auch in Istha, die dort ein Einfamilienhaus errichten möchten.

Die Nachfrage von Einheimischen nach Bauplätzen ist sehr groß.

Christoph Lübcke, CDU-Stadtverordneter
Christoph Lübcke, CDU-Stadtverordneter.

Und es sei wichtig, diese Menschen zu halten. Etwas mehr als 1000 Einwohner habe Istha vor etwa 20 Jahren gezählt, nun seien es noch 825 – einige starben, andere zogen fort.

Dennoch sei in seinem Wohnort viel los. Baulücken wurden geschlossen. Alte Häuser wurden modernisiert und einige nutzten auch weniger attraktive Bauplätze, nur um in Istha bleiben zu können.

„Die Nachfrage von Einheimischen nach Bauplätzen ist sehr groß“, sagt Lübcke. Wenn die Bauwilligen nun noch drei bis fünf Jahre warten sollen, bis im neuen Flächennutzungsplan möglicherweise weitere Flächen für Wohnbebauung vorgesehen seien, so dauere das definitiv zu lange. „Ich erwarte eine Gleichbehandlung von Kernstadt und Stadtteilen“, so seine Forderung.

Mehrere Umstände erschweren Entwicklung von Baugrundstücken

Bürgermeister Reinhard Schaake macht dabei auf Umstände aufmerksam, die die Entwicklung von Baugrundstücken in den Ortsteilen erschwere.

So müssten sich die Wohnbauflächen mit den Zielen des regionalen Raumordnungsplanes vereinbaren lassen. Hier gebe es Hinweise seitens des Regierungspräsidiums in Kassel, wonach die Gesamtflächen für Wolfhagen insgesamt Beschränkungen unterliegen werden.

Zum anderen seien alle Stadtteile im Dorfentwicklungsprogramm. Das mache Vorgaben, unter welchen Voraussetzungen in den Stadtteilen Flächen für Wohnbebauung entwickelt werden können.

„Der geplante Flächenzuwachs darf nicht in Konkurrenz zur innerörtlichen Verdichtung stehen“, sagt Schaake. Dies soll über ein integriertes kommunales Entwicklungskonzept (IKEK) geregelt werden.

Treffen zwischen Vertretern bereits in kommender Woche

Den Auftrag zur Erstellung des IKEK hat der Magistrat am Montag an das Kasseler Planungsbüro ANP vergeben, sagt Bauamtsmitarbeiter Ingo Ziesing.

Bereits in der kommenden Woche steht ein Treffen an, an dem neben ANP und Vertretern der Stadt auch Mitarbeiter vom Landkreis Kassel und vom Ministerium teilnehmen. Ziel sei es, die Voraussetzungen für die Ausweisung von Baugebieten in den Stadtteilen exakt auszuloten. Im Anschluss daran könnten die B-Pläne unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen auf den Weg gebracht werden.

Christoph Lübcke hält an seiner Forderung fest. Dass Wolfhagens Stadtteile den Sprung ins Programm geschafft hätten, stehe seit einigen Monaten fest. Er freue sich auch, dass die Ortsteile davon in ihrer Entwicklung profitieren könnten.

In Istha gebe es so gut wie keinen Leerstand, die Baulücken seien nahezu alle geschlossen. Es wäre also aus seiner Sicht gut, wenn zumindest ein Teil der 14 möglichen Bauplätze entlang der Straße Renthof zügig in Angriff genommen werden würde.

Drei Flächen in drei Stadtteilen

In allen Stadtteilen Wolfhagens gibt es Bemühungen, neue Wohnbauplätze auszuweisen. Am weitesten ist man damit in Altenhasungen mit einer Fläche an der Straße Am Anger (5 bis 6 Plätze), in Istha an der Straße Renthof (14 Plätze) und in Niederelsungen in der Gemarkung Auf der Kohlstätt (ca. 20 Plätze). Für die drei Orte wurden Aufstellungsbeschlüsse gefasst. Das Parlament hat nun entschieden, bis spätestens 31. Januar 2021 die B-Pläne für die Flächen aufzustellen. (Antje Thon)

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