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552 neue Atemschutzgeräte für Feuerwehren im Landkreis Kassel

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Von: Norbert Müller

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Bei ihm liefen die Fäden zusammen: Sebastian Swoboda, Fachbereichsleiter Brandschutz der Stadt Wolfhagen, organisierte für die zehn Kommunen und den Landkreis Kassel die gemeinschaftliche Anschaffung der neuen Atemschutzgeräte.
Bei ihm liefen die Fäden zusammen: Sebastian Swoboda, Fachbereichsleiter Brandschutz der Stadt Wolfhagen, organisierte für die zehn Kommunen und den Landkreis Kassel die gemeinschaftliche Anschaffung der neuen Atemschutzgeräte. © Norbert Müller

Woche für Woche kommen derzeit palettenweise die Einzelteile für die neuen Pressluftatmer im Wolfhager Feuerwehrstützpunkt an.

Wolfhagen - „Das ist ein Baukastensystem. Es muss alles von uns zusammengesetzt werden“, sagt Dirk Mahlmann, einer der drei hauptamtlichen Gerätewarte der Wolfhager Feuerwehr. Gemeinsam mit seinen beiden Kollegen ist er dafür verantwortlich, dass aus den einzelnen Elementen perfekt funktionierende Sets für die Atemschutzträger der zehn Wehren und des Landkreises Kassel werden, die sich an der gemeinsamen Beschaffungsaktion beteiligt haben.

552 Pressluftatmer mit der neuen Überdrucktechnik werden es letztlich sein, die im Servicezentrum der Wolfhager Wehr aus Tragegestell, Flasche, Maske, Lungenautomat und Bewegungsmelder zusammengesetzt werden, wobei jedes einzelne Teil zuvor auch noch inventarisiert und in die EDV eingespielt wird. „Dann kann man den Lebenslauf der Teile jederzeit bis ins Detail nachvollziehen: Wann wurden die Geräte gewartet, von wem, und wann und wo waren sie im Einsatz“, erklärt Mahlmann.

Ehe die Sets ausgeliefert werden, werden Maske und Lungenautomat gereinigt und am Atemschutzprüfstand inklusive der übrigen Komponenten komplett durchgecheckt. Bis auf die Baunataler Wehr werden alle übrigen beteiligten Wehren auch künftig die Geräte in Wolfhagen nach Einsätzen reinigen, warten und die Flaschen befüllen lassen.

Insgesamt wiegt die neue Überdruckausrüstung drei Kilo weniger als die alte, die wegen neuer Normen inzwischen ein Auslaufmodell ist und laut Sebastian Swoboda, Fachbereichsleiter Brandschutz in der Wolfhager Stadtverwaltung und gleichzeitig auch stellvertretender Stadtbrandinspektor, spätestens bis 2026 ersetzt sein muss. Mit dann gut 15 Kilo Gewicht gehen die Atemschutzträger künftig in den Einsatz, was auch den neuen Flaschen zu verdanken ist. Die sind nicht mehr aus Stahl wie bisher, sondern aus einem speziellen Kunststoff mit Alu-Inliner. Trotz des geringeren Gewichts sind mit insgesamt 2040 Litern gut 240 Liter Atemluft mehr drin als in den Normaldruckgeräten, deren Technik aus den 1990er-Jahren stammt und für die die Hersteller mittlerweile bereits kaum noch Ersatzteile im Angebot haben.

Alle Wehren haben inzwischen neue Geräte zu Schulungszwecken und zum Anpassen der Halterungen in ihren Fahrzeugen bekommen. Breuna, Niedenstein und einige Wolfhager Stadtteilwehren sind inzwischen auch schon komplett mit den neuen Geräten ausgestattet, sagt Sebastian Swoboda. Voraussichtlich Ende April, schätzt der Mann von der Stadtverwaltung Wolfhagen, bei dem die Fäden für die gemeinschaftliche Anschaffung zum Sparen zusammenliefen, „werden alle Geräte ausgeliefert und die Atemschutztechnik umgestellt sein“.

Dann ist auch bei den Feuerwehren aus Wolfhagen, Ahnatal, Bad Emstal, Baunatal, Breuna, Calden, Naumburg, Niedenstein, Schauenburg und Zierenberg die Normaldrucktechnik, bei der der Luftdruck in der Maske identisch ist mit dem der Umgebungsluft, Schnee von gestern. In den neuen Masken sorgt ein leicht erhöhter Luftdruck dafür, dass im Einsatz die Gefahr des Eindringens von Schadstoffen bei nicht ganz dicht sitzenden Masken deutlich minimiert wird. In den kommenden drei, vier Wochen haben Gerätewart Dirk Mahlmann und seine beiden Kollegen jedenfalls im Wolfhager Stützpunkt noch richtig viel zu tun, denn, so Mahlmann: „Die Arbeiten werden von uns ja neben dem Standardprogramm erledigt.“

Von Norbert Müller

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