Katholische Kirche

Künftig soll es nur vier Pfarreien in der Region geben

Die katholische Kirche in der Region steht vor gravierenden Einschnitten.
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Die katholische Kirche in der Region steht vor gravierenden Einschnitten.

Die katholische Kirche in der Region steht vor gravierenden Einschnitten. Im gesamten Bistum Fulda sind großflächige Gemeindezusammenlegungen geplant.

Wolfhager Land – Demnach soll es im Dekanat-Kassel-Hofgeismar künftig nur noch vier Pfarreien geben: zwei in der Stadt Kassel und zwei im Landkreis. Aktuell gibt es in der Stadt neun selbstständige Gemeinden und 16 im Landkreis.

Eine davon ist die Gemeinde St. Heimerad Wolfhager Land, zu der St. Maria in Wolfhagen, Heilig Kreuz Zierenberg, St. Crescentius in Naumburg mit der Filiale St. Elisabeth Merxhausen und St. Marien in Volkmarsen mit der Filiale Herz Jesu in Wettesingen gehören.

In den kommenden Wochen soll es Infoveranstaltungen geben

In den kommenden Wochen finden im gesamten Bistum Infoveranstaltungen zur Pfarreientwicklung statt – in Trendelburg am 20. September, in Kassel am 22. September. Dazu sind die haupt- und ehrenamtlichen Vertreter der Gemeindegremien eingeladen.

Details zum Zeithorizont und dem Zuschnitt künftiger Pfarreien nannte ein Sprecher des Bistums auf HNA-Anfrage noch nicht. Je nach Region und je nachdem, ob städtisch oder ländlich geprägt, würden die künftigen Pfarreien etwa 8000 bis 20 000 Gemeindemitglieder aufweisen, heißt es. Hintergrund für die Zusammenlegungen ist einerseits die finanzielle Situation der katholischen Kirche.

21,6 Millionen Euro minus

Im laufenden Haushausjahr des Bistums gibt es nach eigenen Angaben erstmals ein Defizit von 21,6 Millionen Euro.

Ursache seien neben der Corona-Pandemie die Ausgaben für die allgemeinen Aufgaben und Angebote des Bistums. Der Kirchensteuerrat fordere deshalb ein Konsolidierungskonzept bis spätestens Ende des Jahres. Hinzu kommt, dass in den kommenden Jahren viele Priester in den Ruhestand gehen und kaum junge Seelsorger hinzukommen.

Im Dekanat Kassel-Hofgeismar sind aktuell 19 Priester tätig, 2030 werden voraussichtlich noch fünf davon im Dienst sein, sagt Dechant Martin Gies. Die neue Struktur mit wenigen Großpfarreien bedeute, „dass die Gemeinden sehr selbstständig werden müssen und ihre Arbeit vor allem mit Ehrenamtlichen und Laien leisten“.

Das Beste daraus machen

Erfreut sei man über die Entwicklung nicht, sagt Gies. „Aber wir müssen das Beste daraus machen.“ Es sei zu beobachten, wie sich die Veränderungen auf die Stimmung in den Gemeinden auswirke.

Noch handelt es sich bei den künftigen Pfarreizuschnitten um Vorschläge des Bistums, die der Zustimmung der jeweiligen Gemeindegremien bedürfen. (Katja Rudoplh, Bea Ricken)

57 600 Mitglieder im Dekanat

Die katholische Kirche hat im Dekanat Kassel-Hofgeismar 57 600 Mitglieder, davon knapp die Hälfte in der Stadt Kassel. Im gesamten Bistum gibt es rund 370 000 Katholiken. Prognosen zufolge wird sich die Zahl der Gläubigen bis 2060 um fast die Hälfte verringern – auch in der evangelischen Kirche. Auch in der evangelischen Kirche in der Region gab es bereits Gemeindefusionen. In der Stadt Kassel gibt es aktuell 20 Gemeinden, im Kirchenkreis Kaufungen 30. 

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