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Kunstrasenplatz soll im Herbst 2023 fertig sein

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Von: Antje Thon

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Auf dem Gelände der ehemaligen Tennisplätze soll der Kunstrasenplatz des FSV Wolfhagen entstehen. FSV-Vorsitzender Harms Böttger (links) und sein Stellvertreter Andreas Geselle treiben das Vorhaben voran
Der Kunstrasenplatz des FSV Wolfhagen soll auf dem Gelände der ehemaligen Tennisplätze entstehen. Das ehemalige Clubhaus (weiße Gebäude) wollen FSV-Vorsitzender Harms Böttger (links) und sein Stellvertreter Andreas Geselle erhalten. © Antje Thon

Der FSV Wolfhagen arbeitet seit Jahren an einem Kunstrasenplatz. Der könnte für Entspannung sorgen auf den wenigen Trainingsstätten.

Wolfhagen - Bislang haben der FSV-Vorsitzende Harms Böttger und sein Stellvertreter Andreas Geselle nur wenige Korrekturen am Zeitplan für den Kunstrasenplatz vornehmen müssen. Von Sommer 2023 ist der anvisierte Termin für die Einweihung des Trainingsareals auf dem ehemaligen Tennisgelände an der B 450 nun in den Herbst gerutscht. Der Bau soll im Frühsommer beginnen.

Damit ist für die beiden FSV-Funktionäre aber auch klar, dass innerhalb eines Jahres viele Räder ineinandergreifen müssen, damit der Traum vom Kunstrasenplatz für die 13 Fußballmannschaften des Vereins in Erfüllung geht. Denn bisher gibt es seitens der Stadt Wolfhagen und der politischen Gremien zwar Absichtserklärungen und wohlwollendes Interesse, aber keine Beschlüsse, die die Nutzung des kommunalen Geländes auf einer vertraglichen Grundlage regeln und eine finanzielle Beteiligung garantieren würden.

Erster Stadtrat Karl-Heinz Löber, der für den erkrankten Bürgermeister Reinhard Schaake die Amtsgeschäfte führt, kann immerhin auf die mittelfristige Finanzplanung verweisen. Die sieht für das kommende Jahr einen Betrag in Höhe von 350 000 Euro vor. Damit dieser aber tatsächlich fließt, müsste er auch in den Etatentwurf 2023 Eingang finden, der schließlich vom Parlament zu beschließen wäre. Und dann, so Löber, könnten die Mittel erst freigegeben werden, nachdem die Kommunalaufsicht des Landkreises Kassel die Haushaltssatzung genehmigt hat, „das könnte frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2023 sein“, so der stellvertretende Bürgermeister.

Noch bevor die jeweiligen Zusagen für eine Finanzierungsbeteiligung vorliegen, ist der FSV als Bauherr in den vergangenen Monaten in Vorleistung gegangen. Derzeit werde die Genehmigungsplanung erstellt, die bei der Bauaufsicht des Landkreises Kassel eingereicht wird. Andreas Geselle will gegen Jahresende den Bau beantragen. Zuvor müsse der bestehende Bauplan, der dort eine Tennisanlage vorsieht, umgewidmet und der Kunstrasenplatz in den Unterlagen berücksichtigt werden. Ferner hat der FSV ein Artenschutzgutachten und ein Bodengutachten in Auftrag gegeben, der Baugrund wurde auf Schadstoffe untersucht, eine digitale Aufnahme vom Gelände wurde gemacht und mit Hessen Mobil ist der Verein wegen der Abstandsregelung zur B 450 im Gespräch.

Waren Geselle und Böttger noch vor einem Jahr von Kosten in Höhe von 800 000 Euro ausgegangen, so kratzt die Umsetzung des Vorhabens inzwischen an der Eine-Million-Euro-Grenze. 20 Prozent der Summe will der FSV beisteuern über Eigenleistungen. Diese, so Geselle, der zugleich als Bauingenieur tätig ist, lägen vor allem im planerischen Bereich.

Weitere 15 Prozent will der Verein über Kredite finanzieren. Von der Stadt erhofft sich der FSV eine 35-prozentige Beteiligung. Die restliche Summe soll über eine Landesförderung fließen, die über den Landkreis Kassel zu beantragen sei.

Mit einem Problem würde der Verein bei seinen Bemühungen, den Kunstrasenplatz umzusetzen, immer wieder konfrontiert, sagt FSV-Chef Harms Böttger. Um in den Genuss von Zuschüssen zu gelangen, müsse das Vorhaben für die Geldgeber eine gewisse Planungsreife haben. Das wiederum bedeute, dass der Verein Geld in die Hand nehmen müsse, ohne eine Sicherheit, am Ende auch tatsächlich auf Fördermittel zugreifen zu können, ergänzt Geselle. „Da beißt sich die Katze in den Schwanz.“

Die intensive Auseinandersetzung mit dem Kunstrasenplatz, der lediglich als Trainingsstätte dienen soll – die Punktspiele finden auch weiterhin auf der Liemecke statt – hat zu einem anderen Materialmix geführt. Auf Kork soll verzichtet werden, weil der einem hohen Verschleiß unterliegt und zu hohen Unterhaltungskosten führen würde. Vorgesehen ist nun eine Dämmmatte aus Kunststoff. Die Rasenfasern sind aus Zuckerrohr, die durch Sand stabilisiert werden. Kunststoffgranulat, das vor einiger Zeit Kunstrasenplätze wegen einer schlechten Umweltbilanz in Verruf brachten, komme nicht zum Einsatz.

Unterm Dach des FSV kicken drei Senioren- und zehn Jugendmannschaften. Doch ihre Trainingsstätte, der Naturrasenplatz im Liemeckestadion, leidet unter einer zu starken Nutzung. Das Stadion wird neben den Fußballern auch vom VFL, der Schule und als DFB-Stützpunkt beansprucht. Statt einer empfohlenen Nutzungsdauer von bis zu 250 Stunden pro Jahr, kommen laut FSV mehr als 1800 Stunden zusammen. Alternativ wird auch auf dem Platz in der Pommernanlage trainiert.

Von dem Kunstrasenplatz verspricht sich der Verein eine Entlastung. Für eine Realisierung müssten die Tennishalle und die Plätze zwischen Sudentenstraße und B 450 abgerissen werden. Das Clubhaus soll bleiben. Der Kunstrasenplatz soll mit Flutlicht ausgestattet werden. Da eine Erneuerung der Umkleiden und Duschen im Freibad ansteht, gibt es Überlegungen für eine größere, multifunktionale Lösung, von der Badegäste, Fußballer und die Ringer profitieren könnten. (Antje Thon)

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