Trockenheit sorgtfür desolate Ernte

Landkreis Kassel: Bis zu 80 Prozent Einbußen beim Raps 

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Frühe Ernte: Aufgrund der anhaltenden Trockenheit kommt es im Landkreis Kassel auch zu früheren Ernten, wie bei der Gerste, die drei Wochen früher als üblich abgeerntet wurde.

Wolfhager Land. Fehlender Niederschlag sorgt im Landkreis Kassel für eine desolate Erntebilanz. Während regional wenigstens etwas Regen fiel, gab es vor allen im Altkreis Wolfhagen Bereiche, in denen der Niederschlag gegen Null ging.

Das berichtete der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Kassel, Erich Schaumburg, beim Erntegespräch, zu dem auch der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal, auf den Hof der Familie Bollerhey nach Martinhagen gekommen war.

Während die Niederschlagsmenge im Landkreis Kassel in den Vorjahren im Juli durchschnittlich bei 120 Litern pro Quadratmetern lag, sind es laut Kreisbauernverband in diesem Jahr nur knapp 13 Liter gewesen. Der Durchschnittswert für den Juni liegt bei 63 Liter pro Quadratmeter, im Juni 2018 waren es nur 18 Liter.

Das zeigt sich massiv im bisherigen Ernteergebnis. Bei den Erträgen aus dem Winterweizen beispielsweise rechnet der Präsident des Bauernverbandes mit Einbußen von 15 bis 30 Prozent, beim Winterraps zwischen zehn und 40 Prozent. Im Landkreis Kassel sind es sogar bis zu 80 Prozent.

Überall in der Region sind die Landwirte wegen der großen Trockenheit bereits auf den Feldern, um das Getreide zu ernten, viel früher als üblich. „Ich habe noch nie erlebt, dass am 15. Juli Weizen gedroschen wurde“, sagte der Präsident. Diese wichtigste hessische Getreideart sei jetzt fast überall reif. In normalen Jahren dreschen die Bauern den Winterweizen in Hessen meist Ende Juli und im August.

Ganz schlimm trifft es die Bauern, die auf Grünfutter für ihre Tiere angewiesen sind. Die Grünflächen sind verdorrt. Und auch die Perspektiven für andere Feldfrüchte sind laut Bauernverband nicht gut. Mais und Zuckerrüben schwächeln bereits wegen des Wassermangels und haben braune Blätter. 

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