Konzept lag auf dem Tisch 

Landkreis Kassel kämpft für Erhalt der Kreisklinik Wolfhagen

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Gegen die Entscheidung des Landes Hessen, für die Notfallversorgung an der Klinik Wolfhagen den Sicherstellungszuschlag zu streichen, hat der Landkreis Kassel Widerspruch eingelegt.

Gegen die Entscheidung des Landes Hessen, für die Notfallversorgung an der Klinik Wolfhagen den Sicherstellungszuschlag zu streichen, hat der Landkreis Kassel Widerspruch eingelegt.

Dies geschah kurz vor Ablauf der Frist am Montag. Dies ist ein Baustein beim Bemühen des Kreises, die vom Aufsichtsrat der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) beschlossene Schließung der Kreisklinik abzuwenden. Das sagte Harald Kühlborn, der beim Kreis zuständig ist für die gesundheitliche Versorgung im ländlichen Raum.

Ohne den Zuschuss würden der Klinik ab nächstem Jahr 400.000 Euro fehlen, die der Bund allen Krankenhäusern für die Notfallversorgung zahlt. Wie Kühlborn sagte, habe der GNH-Aufsichtsrat ein Veto gegen das Versagen des Sicherstellungszuschusses für unrealistisch gehalten. Das aber war für den Kreistag inakzeptabel. 

Und so hatte dieser den Kreisausschuss in der vergangenen Woche aufgefordert, sich beim Land dafür einzusetzen, dass der Standort Wolfhagen weiterhin als Notfallstandort im Hessischen Krankenhausplan geführt wird und dafür finanzielle Zuschüsse erhält.

Schließung der Klinik in Wolfhagen: Zu sehr am Simulator orientiert

Bei der Entscheidung, den Zuschuss zu streichen, habe sich das Land Hessen zu sehr an dem GKV-Klinik-Simulator orientiert, so Kühlborn. Der Simulator errechnet die Zeit, die man mit einem Auto von seinem Wohnort zum nächsten Grundversorger benötigt und erlaubt dabei Annahmen, auf Klinikstandorte zu verzichten. 

Auch wenn man das Klinikum aus dem Plan streichen würde, könnten alle Patienten in Kassel innerhalb von 30 Minuten einen Notfallstandort erreichen.

Harald Kühlborn, beim Landkreis Kassel zuständig für Gesundheitsversorgung

Bezogen auf die Schließung der Wolfhager Klinik ist für den Landkreis Kassel das letzte Wort nicht gesprochen. Noch im Sommer hätten Berater der GNH unter Berücksichtigung der finanziellen Schwierigkeiten für die Kreisklinik ein Konzept auf den Tisch gelegt. 

„Doch offenbar war nicht alles für die GNH akzeptabel“, so Kühlborn. Der Landkreis werde für den Erhalt des Standortes kämpfen. In den vergangenen Tagen hat es mit möglichen Partnern bereits Gespräche gegeben.

Stationäre Betten sollen bleiben

Für die Klinik Wolfhagen hat Landrat Uwe Schmidt (SPD) Pläne, wie unter Berücksichtigung der finanziellen Schwierigkeiten ein Fortbestand des Standortes möglich ist. Ein regionales Gesundheitszentrum mit OP und stationärer Versorgung unter Einbeziehung der niedergelassenen Ärzte sei vorstellbar. 

Eine Innere Abteilung solle ebenso vorgehalten werden wie andere Fachgebiete. Ein Hautarzt wäre ebenso denkbar wie eine Geriatrie. Hierbei sei man bereits in Gesprächen.

GNH-Aufsichtsrat: "Haben Rechtsmittel geprüft"

Der Aufsichtsrat der Gesundheit Nordhessen Holdig (GNH) hat den negativen Bescheid des Landes zum Sicherstellungszuschlag für die Kreisklinik Wolfhagen nicht einfach nur hingenommen, sondern bereits vor einigen Wochen in enger Abstimmung mit dem Landrat die Erfolgsaussichten von Rechtsmitteln gegen diesen Bescheid durch eine Fachanwaltskanzlei prüfen lassen.

Das sagte GNH-Sprecherin Ulrike Meyer auf der Heide am Mittwoch. Sie reagiert damit auf die Aussage von Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel, wonach der Aufsichtsrat ein Veto gegen das Versagen des Zuschlags als unrealistisch eingestuft habe.

Die Fachanwaltskanzlei, so Meyer auf der Heide, habe dem Aufsichtsrat mitgeteilt, dass Rechtsmittel auf Grundlage des derzeit bekannten Sachverhalts keine Erfolgsaussichten hätten.

Die Ärzte und Schwestern der Krankenhauses sind von der Schließung der Klinik geschockt gewesen.

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