Dürre schadet dem Getreide

Landwirte im Altkreis Wolfhagen schon im dritten Jahr von Trockenheit betroffen

Der Weizen müsste längst die doppelte Höhe erreicht haben: Landwirt Ernst Winfried Döhne aus Istha rechnet mit einem erheblichen Ertragsverlust durch die Trockenheit. Im Hintergrund ist der Isthaer Berg zu sehen. 
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Der Weizen müsste längst die doppelte Höhe erreicht haben: Landwirt Ernst Winfried Döhne aus Istha rechnet mit einem erheblichen Ertragsverlust durch die Trockenheit. Im Hintergrund ist der Isthaer Berg zu sehen. 

Die Felder sind zu trocken. Getreide und Raps haben bereits Schaden genommen. Landwirte aus dem Altkreis bangen um ihre Ernte in diesem Jahr.

Wolfhager Land – Die Situation auf den Feldern ist in diesem Jahr durch die anhaltende Trockenheit dramatisch, weil schon zwei Dürre-Jahre vorausgegangen sind. Das sagt Johannes Gerhold, Sprecher des Kreisbauernverbandes und selbst Landwirt in Zierenberg. „Schon jetzt ist das Getreide durch den Wassermangel so stark geschädigt, dass die Ertragsaussichten schlecht sind.“ 

Daran haben auch die beiden Regentage am Wochenende nichts ändern können. „Die Feuchtigkeit verdunstet einfach auf dem Feld. Der Boden ist knochentrocken.“ Der Klimawandel lasse grüßen. Seit drei Jahren habe sich der Grundwasserstand nicht mehr erholt.

Landwirte hoffen, dass Mais und Kartoffeln noch zu retten sind

Der Weizen hat wegen des Wassermangels im April und Mai nur einen Haupttrieb gebildet und wird deshalb nur wenig Ähren tragen. Und auch der Raps habe punktuell Schaden genommen. Die Landwirte hoffen jetzt auf länger anhaltenden Regen, damit der Mais und die Kartoffeln noch zu retten sind. Die jungen Triebe würden sich derzeit schwertun.

Auf Böden im Landkreis Kassel, die aufgrund ihrer Beschaffenheit die Feuchtigkeit besser halten könnten, stehe die Frucht besser. Dann gibt es Dürre-Hotspots, wie in Burghasungen, Dörnberg oder auch Zierenberg.

„Die Gerste steht noch am besten da, weil sie von der Winterfeuchte profitieren konnte“, so Gerhold. Sorgen machen sich in diesem Jahr erneut Tierhalter, die eine Futterknappheit im Winter befürchten. Nach dem ersten Schnitt auf den Wiesenflächen sieht es jetzt mau aus. 

Trockenheit schadet nicht nur den Feldern sondern auch dem Wald

Johannes Gerhold beobachtet die Auswirkungen des Klimawandels seit Jahren. „Wir haben schon sehr lange kein normales landwirtschaftliches Jahr mehr gehabt.“

Ähnlich sieht es auch im Wald aus. „Die Bäume kämpfen mit dem Borkenkäfer und haben zusätzlich Wassermangel“, erklärt der Ippinghäuser Förster Friedrich Vollbracht. Eigentlich sollten in diesen Wochen junge Bäume gepflanzt werden. „Das macht aber gar keinen Sinn.“ 

Das Risiko sei zu groß, dass die Pflanzen wegen des Wassermangels eingingen. Nun wollen die Förster im Dezember oder Januar pflanzen.

Die Trockenheit sorgt auch dafür, dass am Edersee der Pegelstand sinkt.

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