Letzte Ruhe unter Bäumen

Stadt Wolfhagen plant Waldfriedhof im Stadtwald

Beigesetzt unter Bäumen: Das wünschen sich zahlreiche Menschen als Ort für ihre letzte Ruhestätte.
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Beigesetzt unter Bäumen: Das wünschen sich zahlreiche Menschen als Ort für ihre letzte Ruhestätte.

Die Stadt Wolfhagen trägt sich mit dem Gedanken, einen Waldfriedhof anzulegen.

Wolfhagen – Urnenbestattungen liegen im Trend. Landesweit nimmt deren Zahl seit Jahren deutlich zu. Und eine weitere Entwicklung zeichnet sich ab: Immer mehr Menschen wünschen sich für ihre letzte Ruhestätte ein Plätzchen im Wald. Und so verwundert es nicht, dass es auch bei der Stadt Wolfhagen vage Pläne für diese alternative Bestattungsform gibt.

Mit der Idee eines Waldfriedhofes im Wolfhager Stadtwald setzt sich derzeit der Magistrat auseinander. Doch das Thema müsse breiter diskutiert und früher oder später ins Parlament getragen werden, sagt Bürgermeister Reinhard Schaake. Auch müsste es im Flächennutzungsplan, der gegenwärtig überarbeitet wird, seinen Niederschlag finden. Begründet durch die starke Nachfrage und die Existenz eines großen Kommunalwaldes dränge sich dieses Thema doch geradezu auf, sagt Revierförster Friedrich Vollbracht. Hinzukomme, dass ein Waldfriedhof für die Stadt ein zusätzliches wirtschaftliches Element darstelle, mit dem Geld in die Kasse kommen könnte.

Noch stehe man mit den Überlegungen ganz am Anfang, zunächst müsse ein Konzept entwickelt werden, sagt Vollbracht. In diesem Papier soll neben der Frage, wie sich ein solches Vorhaben finanziell darstellen lässt, auch geklärt werden, wie die letzte Ruhestätte aussehen soll. Im Friedwald Reinhardswald können sich Kunden zu Lebzeiten ihren Baum auswählen. Im Ruheforst Bad Arolsen wird die Asche der Verstorbenen in einem Biotop beigesetzt – das kann ein Baum sein oder ein anderes Naturdenkmal. In jedem Fall aber wird die Asche in eine biologisch abbaubare Urne gegeben.

Für Friedrich Vollbracht ist es darüber hinaus denkbar, dass Interessierte selbst einen Baum pflanzen können, an dessen Fuß sie später einmal beigesetzt werden. Ein Bereich, in dem sich ein solcher Waldfriedhof verwirklichen ließe, sei aus Sicht von Schaake und Vollbracht eine Fläche nahe dem Hellen Platz. Der Ort ist in der Bevölkerung sehr beliebt, gut erreichbar, er verfügt über Parkmöglichkeiten, und die Wege sind eben, was für ältere Personen wichtig ist.

Der Revierförster geht derzeit von einem Flächenbedarf von 20 Hektar aus. Das Areal könne nach und nach genutzt werden, zunächst würde man klein anfangen. Der Waldfriedhof mit seinen alten Buchen und knorrigen Eichen soll Menschen aus Wolfhagen und aus benachbarten Kommunen als letzte Ruhestätte dienen.

Mehrere Waldfriedhöfe in der Region

In der Region sind in den vergangenen Jahren mehrere Waldfriedhöfe entstanden. Der älteste ist der Friedwald Reinhardswald. Daneben gibt es den kommunalen Bestattungswald bei Hann. Münden, die ebenfalls kommunale Waldruhe Schäferberg bei Espenau, den Ruheforst Stiftswald Kaufungen und den Waldfriedhof Waldurne Borken. Der nächstgelegene Waldfriedhof westlich von Kassel ist der Ruheforst Bad Arolsen. (Antje Thon)

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