Mäßige Ernteerträge

Auch Landwirte im Wolfhager Land kämpfen in diesem Jahr erneut mit der Trockenheit

Getreideernte auf einem Feld im Werratal, im Hintergrund ist der Witzenhäuser Stadtteil Wendershausen zu erkennen
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Die Getreideernte der Landwirte im Landkreis Kassel liegt in diesem Jahr unter dem Schnitt der vergangenen fünf Jahre, wie Reinhard Schulte-Ebbert, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Kassel, sagt.

Die Ernte der Landwirte im Landkreis Kassel war leicht unterdurchschnittlich, ähnlich wie im gesamten Land Hessen. Das berichtet Reinhard Schulte-Ebbert, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Kassel.

Wolfhager Land – Die Getreideernte liege leicht unter dem Schnitt der vergangenen fünf Jahre. Die Gerste habe einen etwas stärkeren Einbruch gehabt, „das liegt an der Frühjahrstrockenheit“, erklärt Reinhard Schulte-Ebbert. Erschwerend hinzugekommen seien die Nachtfröste.

Beim Raps habe es 2019 massive Einbußen gegeben, das sei in diesem Jahr besser gewesen. „Wir haben uns wieder einem Normaljahr angenähert, das ist erfreulich“, berichtet der Geschäftsführer des Kreisbauernverbands. Insgesamt seien die Ernteergebnisse sehr wechselnd gewesen, was daran liege, dass es lokal starke Regenfälle gab, die an anderer Stelle – manchmal nur drei Kilometer weiter – ausgeblieben seien. Deshalb ist es auf einer Ecke sehr trocken gewesen, an der anderen verlief das Erntejahr 2020 hingegen besser.

Reinhard Schulte-Ebbert, Kreisbauernsprecher.

Gerade in Anbetracht der Frühjahrstrockenheit zeigt sich Schulte-Ebbert glücklich, dass die Ernte noch einigermaßen gelaufen ist. Nichtsdestotrotz sei ein Dauerregen über zwei bis drei Tage, den es früher oft gegeben habe, in diesem Jahr ausgeblieben.

Die Ernte auf den Feldern ist noch nicht vorbei: In dieser Woche wird ein Großteil des Maisbestandes geerntet, „da erwarten wir etwa zehn Prozent weniger als Durchschnitt“, sagt Schulte-Ebbert.

„Es gibt im Wolfhager Land krasse Unterschiede bei den Böden“, erklärt auch Landwirt Ernst Döhne aus Istha. Trocken-Hotspots seien zum Beispiel Wolfhagen und Zierenberg. Nach dem Dürrejahr und den trockenen Jahren 2019 und jetzt 2020 hätte es keine Erholung gegeben. Dort gebe es Böden, die schlecht Wasser speichern könnten.

Beim Grünland sei die Situation noch schlechter als beim Getreide: Erster und zweiter Schnitt waren schlecht, weil im Sommer der Niederschlag fehlte. „Der dritte Schnitt ist in den meisten Bereichen ganz ausgefallen.“ Das führe zu Futterknappheit, etwa für Schafe, Rinder und Pferde.

Waldecker Land noch härter betroffen

Laut Kreisbauernverband steht der Landkreis Kassel, was die klimatischen Bedingungen betrifft, etwas besser da als mancher Nachbarlandkreis. Im Waldecker Land seien Betriebe zum Beispiel viel härter betroffen. Der Grund dafür sind ebenfalls die punktuellen Niederschläge sowie der Frost, der in Tallagen viel stärker zuschlägt als am Hang. Da könne man den Landwirten keinen Vorwurf machen, „das ist Glückssache“, sagt Bauernsprecher Reinhard Schulte-Ebbert. (Bea Ricken, Lara Thiele)

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