Maisernte: Landwirte liefern 12.600 Tonnen für Wolfhager Biogasanlage

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Maisernte für die Biogasanlage Wolfhagen: Die gehäckselten Pflanzen wurden zunächst im Maissilo verdichtet. Anschließend wurde die Ernte dann luftdicht mit Planen abgedeckt. 

Der Ertrag der Maisernte für die Biogasanlage Wolfhagen liegt leicht unter dem Durchschnitt. Trotzdem sind Betriebsleiter Markus Holzhausen und Stefanie Wittich vom Kreisbauernverband Kassel zufrieden.

Das liegt vor allem an den diesjährigen schwierigen Rahmenbedingungen für den Anbau von Mais.

Die Trockenheit ist der Hauptgrund, weshalb sich Landwirte nun mit einer Ernte von 43 Tonnen pro Hektar begnügen müssen – in guten Jahren sind es 50 Tonnen/Hektar, im Dürrejahr 2018 waren es 31 Tonnen/Hektar. Insgesamt waren es in diesem Jahr 12.600 Tonnen. „Bis in eine Tiefe von 1,80 Meter war der Boden trocken“, sagt Wittich, die glaubt, dass die Trockenheit in diesem Jahr noch gravierender war als im vergangenen Jahr. Die Niederschläge 2019 hätten nicht gereicht, um die Wasserspeicher im Boden wieder zu füllen. Noch vor wenigen Wochen, als die Herbstsaat für den Winterraps ausgebracht wurde, sei an einigen Stellen „die Erde trocken wie Asche gewesen“.

Für Einbußen sorgte im Juli auch ein schweres Unwetter mit Starkregen über Wolfhagen. Hagelkörner so groß wie Kirschen hatten die Maisblätter zerfleddert. Am Ende der Saison reichte der Ertrag von 20 Tonnen pro Hektar auf eher trockenen Standorten bis 60 Tonnen pro Hektar auf feuchteren Äckern.

Die Maisernte für die Biogasanlage war am Donnerstag abgeschlossen. Die Landwirte haben die Pflanzen gehäckselt und aus einem Umkreis von 15 Kilometern zum Betrieb gefahren, an dem neben dem Kreisbauernverband, dem Maschinenring und weiteren Partnern auch mehrere Landwirte beteiligt sind. Auf dem Betriebsgelände wurde die Pflanzenmasse für ihre weitere Verwendung aufbereitet. Die Häcksel werden in einem riesigen Depot komprimiert und weitestgehend luftdicht unter einer Plane gelagert. 

Ein Großteil des Maises wandert in die Biogasanlage, wo er durch Vergärung in Gas umgewandelt wird. Sein Anteil an der gesamten Biomasse liegt bei 30 Prozent. Hauptrohstoff ist mit einem Anteil von etwa 60 Prozent eine Mischung aus Gülle und Mist. Der Rest ist eine Ganzpflanzensilage aus grünem Getreide. Mit der bei der Vergärung anfallenden überschüssigen Wärme werden die Wilhelm-Filchner-Schule und das Freibad geheizt. 

Mit der Energie wird zudem eine Trocknungsanlage versorgt, die seit Anfang vergangenen Jahres in Betrieb ist und die für die Trocknung von Holz und Getreide genutzt werden kann. Darüber hinaus werde der Mais aber auch an Milchviehbetriebe verkauft, sagt Betriebsleiter Holzhausen. 

Davon hätten in diesem, aber auch im vergangenen Jahr zahlreiche Landwirte aus der Region profitiert, die aufgrund der Trockenheit nicht genügend Futterreserven hatten bilden können. Aber auch einem Landwirt aus Magdeburg, dem das Futter für seine Tiere ausgegangen war, konnte mit dem Mais geholfen werden.

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