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Markt der Möglichkeiten mit Benefizkonzert in Istha

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Von: Dorina Binienda-Beer

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Bunte Unterhaltung: Der integrative Kinderzirkus Rand und Band aus Zierenberg begeisterte mit einem abwechslungsreichen Programm.
Bunte Unterhaltung: Der integrative Kinderzirkus Rand und Band aus Zierenberg begeisterte mit einem abwechslungsreichen Programm. © Dorina Binienda-Beer

Die etablierte Kontakt- und Informationsbörse Markt der Möglichkeiten in Istha richtet sich an Menschen mit Behinderung ebenso wie an ein interessiertes Publikum. Zum bereits zehnten Mal standen am Samstag im Dorfgemeinschaftshaus des Wolfhager Stadtteils Angebote der Behindertenhilfe im Zentrum der Veranstaltung, die nach zweijähriger pandemiebedingter Pause jetzt wieder 20 Aussteller mit einem breiten Präsentationsspektrum versammelte.

Istha - Ausrichter war wie in der Vergangenheit die Arbeitsgruppe nordhessischer Behindertenbeauftragter in den Kommunen, unterstützt von der Aktion für behinderte Menschen Waldeck-Frankenberg (Bad Arolsen) und der Stadt Wolfhagen.

Die Besucher schätzen, wie sich auch dieses Mal zeigte, neben dem reinen Informationsangebot auch die Gelegenheit zu Begegnungen, Gesprächen und zum Erfahrungsaustausch in geselliger Atmosphäre. Institutionen, Organisationen, Unternehmen und Verbände in der Behindertenhilfe wiederum nutzen den Markt der Möglichkeiten intensiv für ihre Netzwerkarbeit.

Über allem steht der Leitgedanke, Menschen mit Behinderung bestmöglich am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen. Die große Bedeutung dieses Ziels betonte auch Susanne Selbert. Die Landesdirektorin des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) in Kassel hatte zum wiederholten Male die Schirmherrschaft für den Markt der Möglichkeiten übernommen. Ihren Dank für großes Engagement richtete sie etwa an den ASB in Kassel für das spendenfinanzierte Projekt „Wünschewagen“. Das Mobil befördert unter dem Motto „Letzte Wünsche wagen“ Schwersterkrankte am Ende ihres Lebens, für die nur ein Liegendtransport möglich ist, mit pflegerischer und medizinischer Betreuung kostenfrei zu Sehnsuchtszielen wie einen Lieblingsort, ein Konzert oder ein Fußballspiel. Das Fahrzeug, das von Ehrenamtlichen gefahren wird, war für eine Besichtigung erstmals nach Istha gekommen.

Landrat Andreas Siebert sagte mit Blick auf die Arbeit in den 27 Kommunen des Landkreises Kassel, Inklusion, also die Einbindung behinderter Menschen, sei nicht allein eine Geldfrage. Sie beginne im Kopf der Verantwortlichen und setze die Bereitschaft zur Umsetzung voraus. Freimütig räumte er ein, dass auf diesem Sektor in Deutschland im Vergleich zu europäischen Nachbarländern durchaus „noch Luft nach oben“ bestehe.

Als ein Beispiel für die Integration von Menschen mit Behinderung im Berufsleben macht der ökologische Betrieb Bio-Garten Flechtdorf GmbH (Diemelsee), der auch in Bad Arolsen eine Gärtnerei betreibt, auf sich aufmerksam. Der Betrieb zählt nach Auskunft von Geschäftsführer Christian Breindl 60 Mitarbeiter mit Behinderung, bildet darüber hinaus 20 Jugendliche mit Förderbedarf zum Helfer im Gartenbau aus. Produkte wie Biogemüse und Zierpflanzen bereicherten die Ausstellung.

Im Unterhaltungsprogramm begeisterte der integrative Kinderzirkus Rand und Band aus Zierenberg. Auf dem Keyboard begleitete wieder Christoph Ötzel, der diesen Markt immer wieder als leidenschaftlicher Musiker bereichert.

Am Vorabend des Markts der Möglichkeiten in Istha herrschte ausgelassene Stimmung im Dorfgemeinschaftshaus. Bei einem Benefizkonzert zugunsten der Aktion für behinderte Menschen rockte die Schweizer Sängerin Vanessa Grand nach Auskunft des Veranstalters den Saal. Isthas Ortsvorsteher Wolfgang Hensel, Organisator des Marktes der Möglichkeiten und Behindertenbeauftragter der Stadt Wolfhagen, zeigte sich ebenso wie Jürgen Damm von der Aktion für behinderte Menschen schwer beeindruckt von Temperament und Ausstrahlung der an der Glasknochenkrankheit leidenden Künstlerin. Ihre Fröhlichkeit verbreitende Wirkung auf das Publikum führte schließlich zu einer spontanen Polonaise durch den Saal.

Für Stimmung sorgten gekonnt auch die Blues Band der Wolfhager Walter-Lübcke-Schule und das Smoke Revival Orchestra, die Bigband der Christian-Rauch-Schule in Bad Arolsen. Das Konzert hätte allerdings mehr Besucher verdient, waren sich Hensel und Damm einig.

Von Dorina Binienda-beer

Beim Markt der Möglichkeiten in Istha stellten Gemüse und Blumen des Betriebs Bio-Garten Flechtdorf, wo 60 behinderte Menschen einer Arbeit nachgehen, eine Attraktion dar. Über berufliche Inklusion dort informierte Geschäftsführer Christian Breindl.
Eine Augenweide: Beim Markt der Möglichkeiten in Istha stellten Gemüse und Blumen des Betriebs Bio-Garten Flechtdorf, wo 60 behinderte Menschen einer Arbeit nachgehen, eine Attraktion dar. Über berufliche Inklusion dort informierte Geschäftsführer Christian Breindl. © Dorina Binienda-Beer

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