Sicherheitsvorkehrungen werden drastisch erhöht

Nach Ausbruch aus Psychiatrie: Geflohene Straftäter zu gefährlich für den Maßregel-Vollzug?

Die Sicherheitsmaßnahmen in der Klinik für forensische Psychiatrie sollen verschärft werden. Zwei Männer waren von dort am 27. April 2021 geflüchtet, einer wurde nun in Maintal (Main-Kinzig-Kreis) verhaftet.
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Die Sicherheitsmaßnahmen in der Klinik für forensische Psychiatrie sollen verschärft werden. Zwei Männer waren von dort am 27. April 2021 geflüchtet, einer wurde nun in Maintal (Main-Kinzig-Kreis) verhaftet.

Die Sicherheitsvorkehrungen in der Klinik für forensische Psychiatrie sollen nach dem Ausbruch von zwei Insassen verschärft werden.

Wolfhagen – Nachdem Ende April zwei Männer den Zaun der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie überwunden hatten und geflüchtet waren, war schnell klar: Bei den Sicherheitsvorkehrungen muss nachjustiert werden. Seitdem befindet sich die Klinik im ständigen Austausch mit der Fachaufsichtsbehörde im hessischen Sozialministerium. „Wir treffen uns wöchentlich zu Videokonferenzen“, sagt Birgit von Hecker, Ärztliche Direktorin der Klinik.

Nach Ausbruch aus derforensische Psychiatrie in Merxhausen: Alter Sicherheitsdienst wurde durch neue Firma ersetzt

Nach der Flucht der beiden Straftäter aus der Forensik in Merxhausen vor zwei Wochen war als erster Schritt der alte Sicherheitsdienst durch eine neue Firma ersetzt worden. Nun werde das Gelände häufiger und vor allem auch mit mehr Personal rund um die Uhr überwacht. Diese Maßnahme gelte so lange, bis auch die baulichen Anlagen ertüchtigt seien.

Birgit von Hecker: Ärztliche Direktorin

Sowohl am 3,50 Meter hohen Metallzaun, als auch am Gebäude selbst werde in Sachen Sicherheit nachgerüstet. Insbesondere bei den Fenstern und an der Fassade müssten Nachbesserungen vorgenommen werden. Da die Arbeiten auszuschreiben seien, könne es noch einige Zeit dauern, bis es an die Umsetzung gehe.

Nach Ausbruch aus forensischer Psychiatrie: Direktorin will Maßregel für die Flüchtigen aufheben

Bis dahin müsse der private Wachdienst für die Sicherheit sorgen. Während des gesamten Prozesses stehe die Klinik in einem engen Austausch mit dem Sozialministerium einerseits und Polizei sowie Landeskriminalamt andererseits. Nach all dem, was in den vergangenen zwei Wochen passiert ist und vor allem bei dem, wie sich der jüngere der beiden Männer bei seiner Verhaftung gegenüber der Polizei verhalten haben soll, kommt von Hecker zu dem Fazit, dass die Maßregel für beide Täter das falsche Instrument sei. Daher habe sie auch deren Aufhebung beantragt.

Zwölf Tage nach dem Ausbruch der beiden suchtkranken Straftäter aus der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie in Merxhausen wurde einer der beiden Männer am Wochenende bei einer spektakulären Polizeiaktion in Maintal (Main-Kinzig-Kreis) verhaftet. Sein Komplize ist laut Polizei weiterhin auf der Flucht. (Antje Thon)

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