„Bürger fahren Bürger“

Kommunen im Wolfhager Land bieten Bürgerbusse für Menschen mit eingeschränkter Mobilität an

Sieben Herren höheren Alters und eine Dame stehen vor einem Kleinbus mit der Aufschrift „Bürgerbus“.
+
Für ihre Mitmenschen im Einsatz, auch in Corona-Zeiten: Das Team vom Bürgerbus Habichtswald.

Ob mit Auto, Rad, Flugzeug oder Zug: Die Menschen sind viel und ständig unterwegs. In unserer Herbstserie „Mobilität“ berichten wir über alle Facetten dieses Themas. Heute: Bürgerbusse im Wolfhager Land.

Wolfhager Land – „Bürger fahren Bürger“ lautet das Motto des Bürgerbusses in Bad Emstal und beschreibt damit die Idee der Bürgerbusse. Um Menschen mit Mobilitätseinschränkung zu unterstützen, gibt es neben Bad Emstal noch in weiteren Kommunen Angebote.

Bad Emstal

In Bad Emstal fährt der Bürgerbus mit acht Plätzen seit 2015. Er soll vor allem die Eigenständigkeit der Senioren fördern, damit eine bessere Teilnahme am sozialen Leben erfolgen könne, sagt Björn Engelhardt von der Gemeinde. Dafür sind derzeit neun ehrenamtliche Fahrer im Einsatz.

Vorrangig diene der Bus für Fahrten innerhalb des Gemeindegebiets, Fahrten zu Fachärzten in näheren Gemeinden seien ebenfalls möglich. Zusätzlich gibt es feste Verbindungen zwischen Sand und Merxhausen. Eine kostenlose Alternative zu einer regulären Taxifahrt sei der Bürgerbus allerdings nicht, betont Engelhardt. „Der Bus finanziert sich hauptsächlich über Zuschüsse und Werbeeinnahmen. Sofern diese nicht ausreichen, übernimmt die Gemeinde die Kosten.“

Tel. 0 56 24 / 99 97 77

Habichtswald

Seit 2016 fährt der Gemeindebus in Habichtswald. „Vorrangig nehmen Senioren den Bürgerbus in Anspruch”, sagt die Erste Beigeordnete Birgit Bechtel. Einen festen Fahrplan gebe es nicht, der Bus fahre an zwei Tagen in der Woche. „Unsere nicht mehr so mobilen Bürger, die zum Teil allein leben und keine Unterstützung durch die Familie haben, sagen selbst, dass der Bürgerbus ihnen wieder mehr Freiheit und Selbstständigkeit schenkt. Er ist eine Entlastung für pflegende Angehörige”, so Bechtel. Da es in Dörnberg keine ansässigen Ärzte mehr gebe, können die Dörnberger Bürger so ihre Ärzte in Ehlen und Zierenberg aufsuchen.”

Tel. 0 56 06 / 5 99 60

Zierenberg

In Zierenberg gibt es den “Citybus” bereits seit 20 Jahren. Das Angebot richtet sich an Senioren ab 70, kann aber auch für die Jugendarbeit und von Vereinen der Stadt genutzt werden. So macht der Bus beispielsweise zwei Mal wöchentlich Einkaufsfahrten für Senioren und hat einen festen Halteplan.

Der Bus fahre mehrere Haltepunkte in der Kernstadt Zierenberg sowie in den Stadtteilen Burghasungen und Oelshausen an, sagt Silvia Bayer von der Stadtverwaltung Zierenberg.

Finanziert werde der Bus aus dem Budget der Stadt, gefahren werde er von ehrenamtlichen Helfern.

Tel. 0 56 06 / 51 91 18

Breuna

In der Gemeinde Breuna gibt es das „Dorfmobil“. Nutzer zahlen 35 Cent pro Kilometer. Der Bus diene dazu, die gesellschaftlichen Strukturen in der Gemeinde zu stärken und zu fördern.

Das Angebot des Dorfmobils richtet sich an Bürger, die nicht mehr selbst fahren können oder niemanden haben, der sie fährt. Die Fahrdienste können für Fahrten zum Arzt oder zum Einkaufen genutzt werden. Es besteht die Möglichkeit, die Begleitung des Fahrers für eine Stunde in Anspruch zu nehmen. Auch für Besuche bei Freunden kann eine Fahrt mit dem Dorfmobil angemeldet werden.

Tel. 0 56 93 / 99 52 42

Wolfhagen

In Wolfhagen gibt es das Angebot eines Stadtbusses. Seit 2014 verbinden die Linien 111 und 112 die Kernstadt mit den Ortsteilen. Anders als die Bürgerbusse, arbeitet hier der Landkreis zusammen mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV). Mitfahrer lösen regulär ein Ticket, beispielsweise im Bus, und können dann an festen Haltestellen zu- oder aussteigen.

Der Kooperationsvertrag zwischen Landkreis und NVV endet am 12. Dezember kommenden Jahres. „Ob und wie der Vertrag verlängert wird, ist derzeit noch unklar“, sagt Frank Nagelschmitt, Leiter der Bürger- und Ordnungsverwaltung in Wolfhagen.

http://zu.hna.de/stadtbus (Theresa Lippe)

Ob mit Auto, Rad, Flugzeug oder Zug: Die Menschen sind viel und ständig unterwegs. In unserer Herbstserie „Mobilität“ berichten wir über alle Facetten rund um dieses Thema.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.